Max Schelivsky - 13. Jan, 11:21
Asche zu Asche, mehr ist sowieso nicht übrig
Es hat wieder einen Anschlag gegeben. Ich bin doch gerade erst in die neue Wohnung eingezogen und schon liegt hier alles in Schutt und Asche. Die Regierung kümmert sich nur um die Regierung, nicht um die Bürger. Wir sind nur Kanonenfutter und können uns kaum wehren. Ich bin es leid, ständig davonlaufen zu müssen. Vor zwei Jahren ist meine Frau während der Arbeit bei einem Anschlag ums Leben gekommen. Sie hat an einem Marktplatz Stoff verkauft und an einem ruhigen Tag ist mitten am Platz eine Autobombe explodiert und sie wurde von einem Splitter getroffen. Ich konnte mich nicht von ihr verabschieden und noch ein letztes Mal ihr Lächeln sehen. Als ich dort ankam, war sie schon tot. Sie ist verblutet. Meine letzte Erinnerung ist ihr schmerzverzerrtes Gesicht, das ich Identifizieren musste. Sie möge in Frieden ruhen. Ich habe bisher keine Zeit gehabt zu trauern und nachher musste ich die Aufgaben alleine erledigen, die wir damals zu zweit gemacht haben. Ich wollte dort nicht mehr leben, also habe ich das Wichtigste gepackt und habe alles andere zurückgelassen. Natürlich habe ich dadurch auch meinen Arbeitsplatz verloren als ich weggegangen bin, also musste ich Arbeit finden. Ich seit dem fünf mal umgezogen und jedes mal musst ich wieder gehen um einer Katastrophe zu entfliehen. Ich hoffe, dass der Krieg bald ein Ende nimmt. Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Und ich nehme mir noch nicht die Zeit um zu trauern, weil ich das Gefühl habe, dass das, was von kommt, mich noch viel trauriger Stimmen wird, falls ich es überhaupt überlebe. Obwohl viele Leute bei dem Thema Weltuntergang an Naturkatastrophen, Meteoriteneinschläge oder gar Außerirdische oder Zombies denken, weiß ich, dass die einzigen, die für das Ende der Welt verantwortlich sein werden, wir selber sind. Und ich habe das unangenehme Gefühl, dass es nicht mehr all zu lange dauern wird, wenn sich nicht bald alles grundlegend ändert. Nur solange wir nicht alle zusammenhalten, uns gegenseitig wegen Nichtigkeiten umbringen und ausrauben wird es immer bergab gehen. Alles, was ich seit dem Tag meiner Geburt will, ist leben, aber es ist so verdammt schwer....
Max S
Max S
vic.0 - 13. Jan, 11:30
...Wenn Herz und Erde brennen
Der beißende Geruch von brennendem Plastik stach ihm in die Nase. Die Hitze versengte die Haare auf seinen Unterschenkeln und er konnte spüren, wie sich die Flammen an seinen Schuhsohlen labten. Es war der Sprung, der ihn wieder auf den Boden brachte, obwohl er sich doch eigentlich in der entgegengesetzten Bewegung befand. Für ihn bedeutete dieser Satz über das Feuer alles. Alles und nichts. Alles und nichts? Alles und nichts. Ein Mann, der übers Feuer springt. Ja, das sieht man nicht alle Tage, aber etwas wirklich Besonderes ist es nicht (mehr). Doch das war X in diesem Moment egal und es würde ihn überhaupt nie beschäftigen. Er hatte keine Gedanken in diesem Moment, er war erfüllt von der Emotion, dem Geschrei und überhaupt allem, was sich um ihn herum abspielte. Diese Verwirrung, dieses Gefühl der Flucht und das allgemeine Unverständnis spieglten sich in seinem Sprung wider. Es war der einzige Ausweg und dessen war er sich bewusst. Doch wohin sollte er gehen? Er musste ja schließlich wieder hinunter auf die Erde, was genau genommen in ein paar Millisekunden der Fall sein würde. Wollte er das? Nein, am liebsten würde X in diesem Moment verharren. Alles hinter sich lassen und doch auch diese Gesamtheit in sich aufnehmen. Er sah, wie sich die Explosion abspielte. Alles war ganz normal gewesen, niemand hatte auch nur einen Augenblick lang einen Gedanken daran verschwendet, dass so etwas passieren könnte. Und dann, von einem Moment auf den anderen, stand die Welt jedes einzelnen, im unmittelbaren Umkreis, kopf. Einfach so. Ein kurzer Moment der Stille, ja, Totenstille, nichts regte sich, als hätte jemand den Schalter auf „mute“ umgelegt....und dann, plötzlich, ging es los. Was kam zuerst? Das Geschrei, der Schrecken, die Flucht, die Angst? X weiß es nicht mehr. Vielleicht geschah ja alles auf einmal. Wenn er es beschreiben müsste, würde er wohl das Wort „Leere“ verwenden. In diesem Moment verabschiedeten sich Emotion, rationales Denken und jegliches Gefühl. Und zurück blieb, ja was blieb denn eigentlich? Instinkt, Überlebenswille, Wahrnehmung? X weiß es nicht. Was er allerdings weiß: dass er auf einmal rannte. So schnell er konnte. Er flitze zwischen den schreienden, jammernden, erbosten Passanten hindurch, aber nicht einmal das war ihm bewusst. Das einzige, was er spürte, war der Boden unter seinen Füßen. Das Letzte, was ihm noch Halt gab. Er lief und lief und lief. Wohin? Ins Ungewisse. Hauptsache weg. Sein Instinkt hatte es ihm so befohlen, und er folgte ihm blind. Nein, es war kein Instinkt mehr da. Es war wie eine Eingebung. X sah nichts. Er hatte die Augen offen und war doch blind. Es lag nicht an dem Rauch, es war, als könne sein Gehirn das Gesehene nicht mehr verarbeiten. Er war verlassen, seine Sinne hatten ihn im Stich gelassen. Er gab auf und sich dem Ungewisen hin. Alles war nichtig, nur sein Lauf zählte. Und dann, dieses Hindernis. Das Feuer war das einzige, was zu ihm durchdringen konnte. Als wollte es ihn zurück in diese Welt holen, ein Zeichen, wenn man es so will. Unüberwindbar stellte es sich ihm in den Weg. Doch X musste nicht einmal nachdenken, wie automatisch setzte er zu dem Sprung an. Auf einmal fühlte er sich zugehörig, plötzlich war er eins mit der Welt. Es war der unpassendste, aber irgendwie auch genau der richtige Moment dafür. Und er würde für immer darin gefangen bleiben.
"So I wither
And render myself helpless
I give in
And everything is clear
I break down"
And let the story guide me
"So I wither
And render myself helpless
I give in
And everything is clear
I break down"
And let the story guide me
phps - 13. Jan, 11:30
Freiheit
Die Natur strebt immer nach einem Gleichgewicht. Doch nicht immer stellt sich ein Gleichgewicht friedlich ein, je größer die Unterdrückung, umso größer auch die Verzweiflung und der Wille zur Freiheit. Ist die Verzweiflung zu groß, bahnt sie sich mit aller Kraft meist einen gewaltsamen Weg. Auch wenn dieser Ausbruch nur von wenigen ausgelöst wird, sind es alle Unterdrückten, die ihn tolerieren oder unterstützen. Selbst wenn sie nur still im Hintergrund sind. Sie alle hoffen auf eine bessere Zukunft: auf Freiheit, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit. Eine Zukunft in der es gar nicht erst soweit kommen muss, dass Ideen nur gehört werden, man ihnen gewaltsam Gehör verschafft. Denn so wie man andere behandelt wird auch mit einem selber umgegangen: Es fällt nicht schwer sich auszumalen, wie diese Menschen behandelt und unterdrückt wurden.
Das Feuer in der Mitte symbolisiert sehr gut den Geist einer Revolution: Es brennt heiß, genauso wie die Gefühle erhitzt sind. Es breitet sich rasch aus und kann gefährlich sein, wenn es außer Kontrolle gerät. Und genau wie ein großes Feuer kann man eine Revolution nicht mit Wasser löschen.
Das Feuer in der Mitte symbolisiert sehr gut den Geist einer Revolution: Es brennt heiß, genauso wie die Gefühle erhitzt sind. Es breitet sich rasch aus und kann gefährlich sein, wenn es außer Kontrolle gerät. Und genau wie ein großes Feuer kann man eine Revolution nicht mit Wasser löschen.
cc - 13. Jan, 11:40
Hoffnungslos
Text von Clara Czedik-Eysenberg
Wenn ich dieses Bild betrachte kommen für mich sofort unangenehme Gefühle auf. Es wirkt so hoffnungslos! Ich fühle mich nicht wohl, spüre eine Ablehnung gegen die die Umgebung und die Situation der Leute. Ihre Gesichter sind trotz des Schreckens irgendwie gleichgültig was mich erschreckt.
Ihre Körperhaltung und Bewegung ist mir fremd wodurch ich irgendwo in mir leider sofort eine Spur Ablehnung finde, was mit angst vor dem Fremden zu tun, nicht mit den Menschen.
Obwohl offensichtlich die Sonne scheint, ist es dunkel, obwohl es brennt, schrecklich kalt.
Das es mir nicht zusagt liegt nicht daran, dass ich es nur brutal finde, es geht mir so auch bei Bildern bei denen keine Furcht gezeigt wird, nein es ist diese ganz eigene Stimmung die mir das Bild unsympathisch macht. Manchmal nur ein kalter Blick in einem ganzen Bild oder eine aggressive Emotion die aus Gesichtszügen oder Pinselstrichen eines gemalten Werkes hervorgehen. Das heißt nicht dass ich traurige oder schmerzliche Bilder (Fotos wie Gemälde) nicht auch wunderschön finden kann aber nur wenn ich spüren kann, dass das Bild schließlich, wie eine Geschichte auf Hoffnung oder eine gute Wendung des ganzen führt. Oder zumindest, dass das fertig stellen, zu einer Besserung der offensichtlich schlechten Lage oder Verfassung des Schöpfers oder dessen worum es geht, führt.
Würde mir jemand erklären, dass ihm das gefällt und er es sich gerne in sein Wohnzimmer hängen würde, hätte ich das Gefühl dass er nicht ganz ehrlich zu sich ist und jemanden glauben machen will, dass er ein besonderes Wahrnehmungsempfinden hat und eine Szene schön findet, damit er einzigartig wirkt
Das muss natürlich nicht sein, aber ich würde eben als Show sehen. Vielleicht mache ich das deswegen um mein mühsam errichtetes Weltbild zu schützen, was leider echt übertrieben klingt, wogegen ich aber absolut nichts tun kann.
Ich bin nur ein Mensch der sich mit dem was er erlebt hat eine Meinung zurechtgeschneidert hat und diese nach jahrelanger, intensiver Verbesserung für die eine die echte Wahrheit halten würde, damit das Suchen ein Ende hat und man sich auf die wesentlichen Aspekte des Lebens konzentrieren kann…
Wenn ich dieses Bild betrachte kommen für mich sofort unangenehme Gefühle auf. Es wirkt so hoffnungslos! Ich fühle mich nicht wohl, spüre eine Ablehnung gegen die die Umgebung und die Situation der Leute. Ihre Gesichter sind trotz des Schreckens irgendwie gleichgültig was mich erschreckt.
Ihre Körperhaltung und Bewegung ist mir fremd wodurch ich irgendwo in mir leider sofort eine Spur Ablehnung finde, was mit angst vor dem Fremden zu tun, nicht mit den Menschen.
Obwohl offensichtlich die Sonne scheint, ist es dunkel, obwohl es brennt, schrecklich kalt.
Das es mir nicht zusagt liegt nicht daran, dass ich es nur brutal finde, es geht mir so auch bei Bildern bei denen keine Furcht gezeigt wird, nein es ist diese ganz eigene Stimmung die mir das Bild unsympathisch macht. Manchmal nur ein kalter Blick in einem ganzen Bild oder eine aggressive Emotion die aus Gesichtszügen oder Pinselstrichen eines gemalten Werkes hervorgehen. Das heißt nicht dass ich traurige oder schmerzliche Bilder (Fotos wie Gemälde) nicht auch wunderschön finden kann aber nur wenn ich spüren kann, dass das Bild schließlich, wie eine Geschichte auf Hoffnung oder eine gute Wendung des ganzen führt. Oder zumindest, dass das fertig stellen, zu einer Besserung der offensichtlich schlechten Lage oder Verfassung des Schöpfers oder dessen worum es geht, führt.
Würde mir jemand erklären, dass ihm das gefällt und er es sich gerne in sein Wohnzimmer hängen würde, hätte ich das Gefühl dass er nicht ganz ehrlich zu sich ist und jemanden glauben machen will, dass er ein besonderes Wahrnehmungsempfinden hat und eine Szene schön findet, damit er einzigartig wirkt
Das muss natürlich nicht sein, aber ich würde eben als Show sehen. Vielleicht mache ich das deswegen um mein mühsam errichtetes Weltbild zu schützen, was leider echt übertrieben klingt, wogegen ich aber absolut nichts tun kann.
Ich bin nur ein Mensch der sich mit dem was er erlebt hat eine Meinung zurechtgeschneidert hat und diese nach jahrelanger, intensiver Verbesserung für die eine die echte Wahrheit halten würde, damit das Suchen ein Ende hat und man sich auf die wesentlichen Aspekte des Lebens konzentrieren kann…
Becke - 13. Jan, 11:40
Bilder, die Tore der Täuschung
Ich glaube Panik zu sehen. Ich behaupte Leid zu erkennen. Ich unterstelle Furcht zu wittern, und die Gelassenheit, welche ich glaube zu sehen ist jedoch auch nur eine blanke Vermutung.
So viele Emotionen. Alle in einem Schnappschuss vereint. Ist dann ja kein Wunder, dass dieses Bild zu den bekannteren gehört. So viele negative Worte schon in den ersten Zeilen und der einzige Lichtblick ist die Gelassenheit.
Fast unwirklich, geradezu lächerlich steht die Gelassenheit im Schatten der scheinbar aussichtslosen Situation.
Eine derartig haarsträubende Angelegenheit scheint nahezu unvorstellbar für “ normale“ Mitteleuropäer wie wir es sind. Das Feuer, Repräsentant für Wärme steht plötzlich für Verwüstung. Betont wird es besonders stark durch den auf den ersten Blick vermutlich nicht wahrgenommenen Querschnitt im Bild. Querschnitt im Bild?
Eine Trennung zwischen Krieg und Frieden, Leid und Freude, Panik und Gelassenheit. Da ist sie wieder, die Gelassenheit!
Und dennoch, sollte das Bild nicht einem Bearbeitungsprogramm entsprungen sein, würde man doch annehmen ,dass es realitätsgetreu abgebildet wurde. Warum aber gibt es solch einen Querschnitt?
Einfach ausgedrückt: Warum wirken die hinteren Menschen gelassen und die Vorderen “nicht gelassen“ ?
Es ist reine Interpretationssache. Man gehe davon aus über dieses Bild sei keinerlei Information gekannt. Zu sehen sind Männer, Feuer, Straßen und Häuser, abgesehen von einigen kleineren Details. Doch was wir glauben zu sehen, die Informationen welche wir behaupten wahrzunehmen sind nichts weiter als reine Interpretationen unseres Kopfes.
Sind die Männer aufgebracht? Die Antwort könnte man mit ja beantworten und sich dabei ziemlich sicher sein „aufs richtige Pferd gesetzt zu haben“.
Doch wofür kämpfen sie? Jeder, der glaubt die Antwort aus Lebensgeschichtenverbreitenden Nachrichtenmagazinen zu kennen liegt falsch.
Bilder geben eins zu eins gewisse Umstände wieder, jedoch verraten sie nichts über die Hintergründe, die individuellen Motive der Betroffenen. Jede menschliche Handlung beruht auf Absichten, welche uns manchmal sogar die Kraft geben die selbst unvorstellbarsten Ziele zu verwirklichen .
Es gibt kein Gut und kein Böse. Alles im Leben prägt uns. Dies hat gewisse Handlungen zu Folge. Ein Aufstand oder gar eine Revolution in diesem Fall. Aussichtslose Situationen treiben uns in die Angst. Ein angsterfüllter Mensch ist fähig alles zu tun.
Wenn wir ein derartiges Bild betrachten spielen Hintergründe keine Rolle. Niemand will dieses Rätsel lösen weil es doch nun mal viel einfacher ist sich die eigene Geschichte zusammen zu reimen.
Emotionen können interpretiert und Hintergründe angenommen werden doch die wahre Geschichte eines Menschens lässt sich nicht in einem Bild darstellen.
Maximilian H.
So viele Emotionen. Alle in einem Schnappschuss vereint. Ist dann ja kein Wunder, dass dieses Bild zu den bekannteren gehört. So viele negative Worte schon in den ersten Zeilen und der einzige Lichtblick ist die Gelassenheit.
Fast unwirklich, geradezu lächerlich steht die Gelassenheit im Schatten der scheinbar aussichtslosen Situation.
Eine derartig haarsträubende Angelegenheit scheint nahezu unvorstellbar für “ normale“ Mitteleuropäer wie wir es sind. Das Feuer, Repräsentant für Wärme steht plötzlich für Verwüstung. Betont wird es besonders stark durch den auf den ersten Blick vermutlich nicht wahrgenommenen Querschnitt im Bild. Querschnitt im Bild?
Eine Trennung zwischen Krieg und Frieden, Leid und Freude, Panik und Gelassenheit. Da ist sie wieder, die Gelassenheit!
Und dennoch, sollte das Bild nicht einem Bearbeitungsprogramm entsprungen sein, würde man doch annehmen ,dass es realitätsgetreu abgebildet wurde. Warum aber gibt es solch einen Querschnitt?
Einfach ausgedrückt: Warum wirken die hinteren Menschen gelassen und die Vorderen “nicht gelassen“ ?
Es ist reine Interpretationssache. Man gehe davon aus über dieses Bild sei keinerlei Information gekannt. Zu sehen sind Männer, Feuer, Straßen und Häuser, abgesehen von einigen kleineren Details. Doch was wir glauben zu sehen, die Informationen welche wir behaupten wahrzunehmen sind nichts weiter als reine Interpretationen unseres Kopfes.
Sind die Männer aufgebracht? Die Antwort könnte man mit ja beantworten und sich dabei ziemlich sicher sein „aufs richtige Pferd gesetzt zu haben“.
Doch wofür kämpfen sie? Jeder, der glaubt die Antwort aus Lebensgeschichtenverbreitenden Nachrichtenmagazinen zu kennen liegt falsch.
Bilder geben eins zu eins gewisse Umstände wieder, jedoch verraten sie nichts über die Hintergründe, die individuellen Motive der Betroffenen. Jede menschliche Handlung beruht auf Absichten, welche uns manchmal sogar die Kraft geben die selbst unvorstellbarsten Ziele zu verwirklichen .
Es gibt kein Gut und kein Böse. Alles im Leben prägt uns. Dies hat gewisse Handlungen zu Folge. Ein Aufstand oder gar eine Revolution in diesem Fall. Aussichtslose Situationen treiben uns in die Angst. Ein angsterfüllter Mensch ist fähig alles zu tun.
Wenn wir ein derartiges Bild betrachten spielen Hintergründe keine Rolle. Niemand will dieses Rätsel lösen weil es doch nun mal viel einfacher ist sich die eigene Geschichte zusammen zu reimen.
Emotionen können interpretiert und Hintergründe angenommen werden doch die wahre Geschichte eines Menschens lässt sich nicht in einem Bild darstellen.
Maximilian H.
flo.0 - 13. Jan, 11:41
Auch Unschuld kann tödlich sein
Ich wache auf. Die letzte Nacht war sehr unruhig. Ich hatte mich hunderte Male in Bett gewälzt und überlegte wie ich schnell und unauffällig fliehen konnte. Weg von hier. Weg aus dieser Stadt. Weit weg von diesem Land…
Die Sachen für den Auszug waren schon gepackt. Doch da kam es schon: Ein Molotow - Cocktail flog in hohem Bogen durch mein Fenster. Ich konnte mich nicht bewegen. Ich war starr vor Angst. Ich wusste nur noch eines: WEG!
In meinem Entsetzten schnappte ich nur noch die Schlüssel und…. BUM!
Schon wieder hörte ich etwas explodieren und das nicht weit weg von mir. Ich stürmte nur noch raus zur Türe. Ich versuchte mich durch die Menschenmassen zu schlagen die sich ebenfalls gerade aus dem Wohnblock verziehen wollten.
Kaum draußen begann es wieder, diesen Stechen in der Brust. Das Stechen, das ich schon einmal hatte, als ich versuchen musste mich zu retten.
Damals starb direkt vor meinen Augen eine Familie. Mit Tränen in den Augen, versuchte die Mutter der Familie, ihre Hände schützend um ihre zwei Kinder gelegt, diese zu beruhigen. Der Vater kochte vor Wut und Trauer. Man sah in seinen Augen schon langsam das Leben schwinden, er hatte den Kampf schon aufgegeben. In demselben Augenblick hörte ich diesen schrecklichen Knall, und da flog das Haus, vor dem die Familie stand, in die Luft. Ich konnte nichts anderes außer Laufen, den obwohl ich ihnen helfen wollte, das Verlangen nach dem Leben war zu groß. Ich würde mich heute dafür noch töten, vor Scham und Schuldgefühlen… Doch zu dieser Zeit war Krieg. Tausende von Menschen gingen dabei drauf. Niemand war da um diesen Menschen zu helfen. Zu helfen in der Not der Unschuldigen. Doch das was heute auf den Straßen passierte war noch viel schlimmer als Krieg, es waren die persönlichen Hilfeschreie der Menschen, verpackt in einen Aufstand. Also die Chance dass die Monster des inneren aus jedem einzelnem dieser Personen hervorkamen und jeden der sich gegen sie stellte zu vernichten, ist sehr groß. In Stunden wie diesen hieß es nur noch: Augen auf, schnell laufen und nicht zurückschauen, denn sonst konnte es passieren, dass man in den Augen der anderen der nächste Gegner ist den diese Monster mit den größten Vergnügen abschlachten.
Als ich mich auf der Straße so umsah, sah ich nur noch Rauchschwaden die einen grausam stechenden Geruch mit sich trugen. Ich wusste nicht ob ich dieses Leben noch lange hatte, der Zorn der Monster und ihre Handlungen waren kaum noch aufzuhalten. Ich musste es aber trotzdem versuchen mich zu retten.
Ich schlich mich hinter das nächste Auto das in Reichweite war, um einen besseren Überblick zu bekommen. Viele Straßen waren belegt, weil die Menschenmasse so groß war. Die Schreie waren wie Messerstiche die jeden trafen, egal wo man sich gerade aufhielt.
Ich wollte schon damals nicht Polizist werden, doch mein Vater sagte damals: „ Du wirst einmal für die Sicherheit dieses Landes sorgen, das weiß ich jetzt schon mein Junge.“ Doch jetzt war alles anders. Ich war jetzt einer der Gejagten. Ich war jetzt einer der den Schutz der Polizei brauchen würde. Meine Kollegen waren schon da draußen und versuchten den Angriffen der wütenden Passanten stand zu halten und was tat ich? Ich schmiedete Pläne wie ich ungeschädigt davon kommen könnte. Man sollte meinen, ich wäre feige doch wollte ich nur mein Leben wahren. Den für die plötzliche Gesetzesänderung, die eine Verlängerung der Haftstrafen mit sich brachte, können weder ich noch meine Kollegen da draußen in der tobenden Menge etwas dafür.
In jenem Moment ergriff ich die Chance. Meine Füße waren wie Turbinen, also sehr schnell. Ich rannte einfach los ohne Rücksicht. Ich stieß einfach jeden um der sich mir in den Weg stellte. Da merkte ich auf einmal wie die Schreie einfach leiser und leiser wurden. Die Luft war wieder klarer und Geruch schwand nach und nach. Wo ich gerade war wusste ich nicht mehr. Ich glaubte aber wieder in Sicherheit zu sein. Doch das Stechen in der Brust das ich gar nicht mehr bemerkte kehrte wieder zurück. Vor Erschöpfung und schmerzen fiel ich einfach auf den Boden. Ich schlief ein. Doch ich wachte nicht mehr auf. Den jemand schoss mir in den Brustkorb.Jetzt war ich frei. Ich musste mir nie wieder Gedanken machen wie sehr ich mich hüten musste vor den Gefahren die unbemerkt auf mich warten, denn jetzt haben jene Gefahren mich eingeholt. Diese Freiheit konnte mir keiner mehr nehmen.
Florian Buchner
Die Sachen für den Auszug waren schon gepackt. Doch da kam es schon: Ein Molotow - Cocktail flog in hohem Bogen durch mein Fenster. Ich konnte mich nicht bewegen. Ich war starr vor Angst. Ich wusste nur noch eines: WEG!
In meinem Entsetzten schnappte ich nur noch die Schlüssel und…. BUM!
Schon wieder hörte ich etwas explodieren und das nicht weit weg von mir. Ich stürmte nur noch raus zur Türe. Ich versuchte mich durch die Menschenmassen zu schlagen die sich ebenfalls gerade aus dem Wohnblock verziehen wollten.
Kaum draußen begann es wieder, diesen Stechen in der Brust. Das Stechen, das ich schon einmal hatte, als ich versuchen musste mich zu retten.
Damals starb direkt vor meinen Augen eine Familie. Mit Tränen in den Augen, versuchte die Mutter der Familie, ihre Hände schützend um ihre zwei Kinder gelegt, diese zu beruhigen. Der Vater kochte vor Wut und Trauer. Man sah in seinen Augen schon langsam das Leben schwinden, er hatte den Kampf schon aufgegeben. In demselben Augenblick hörte ich diesen schrecklichen Knall, und da flog das Haus, vor dem die Familie stand, in die Luft. Ich konnte nichts anderes außer Laufen, den obwohl ich ihnen helfen wollte, das Verlangen nach dem Leben war zu groß. Ich würde mich heute dafür noch töten, vor Scham und Schuldgefühlen… Doch zu dieser Zeit war Krieg. Tausende von Menschen gingen dabei drauf. Niemand war da um diesen Menschen zu helfen. Zu helfen in der Not der Unschuldigen. Doch das was heute auf den Straßen passierte war noch viel schlimmer als Krieg, es waren die persönlichen Hilfeschreie der Menschen, verpackt in einen Aufstand. Also die Chance dass die Monster des inneren aus jedem einzelnem dieser Personen hervorkamen und jeden der sich gegen sie stellte zu vernichten, ist sehr groß. In Stunden wie diesen hieß es nur noch: Augen auf, schnell laufen und nicht zurückschauen, denn sonst konnte es passieren, dass man in den Augen der anderen der nächste Gegner ist den diese Monster mit den größten Vergnügen abschlachten.
Als ich mich auf der Straße so umsah, sah ich nur noch Rauchschwaden die einen grausam stechenden Geruch mit sich trugen. Ich wusste nicht ob ich dieses Leben noch lange hatte, der Zorn der Monster und ihre Handlungen waren kaum noch aufzuhalten. Ich musste es aber trotzdem versuchen mich zu retten.
Ich schlich mich hinter das nächste Auto das in Reichweite war, um einen besseren Überblick zu bekommen. Viele Straßen waren belegt, weil die Menschenmasse so groß war. Die Schreie waren wie Messerstiche die jeden trafen, egal wo man sich gerade aufhielt.
Ich wollte schon damals nicht Polizist werden, doch mein Vater sagte damals: „ Du wirst einmal für die Sicherheit dieses Landes sorgen, das weiß ich jetzt schon mein Junge.“ Doch jetzt war alles anders. Ich war jetzt einer der Gejagten. Ich war jetzt einer der den Schutz der Polizei brauchen würde. Meine Kollegen waren schon da draußen und versuchten den Angriffen der wütenden Passanten stand zu halten und was tat ich? Ich schmiedete Pläne wie ich ungeschädigt davon kommen könnte. Man sollte meinen, ich wäre feige doch wollte ich nur mein Leben wahren. Den für die plötzliche Gesetzesänderung, die eine Verlängerung der Haftstrafen mit sich brachte, können weder ich noch meine Kollegen da draußen in der tobenden Menge etwas dafür.
In jenem Moment ergriff ich die Chance. Meine Füße waren wie Turbinen, also sehr schnell. Ich rannte einfach los ohne Rücksicht. Ich stieß einfach jeden um der sich mir in den Weg stellte. Da merkte ich auf einmal wie die Schreie einfach leiser und leiser wurden. Die Luft war wieder klarer und Geruch schwand nach und nach. Wo ich gerade war wusste ich nicht mehr. Ich glaubte aber wieder in Sicherheit zu sein. Doch das Stechen in der Brust das ich gar nicht mehr bemerkte kehrte wieder zurück. Vor Erschöpfung und schmerzen fiel ich einfach auf den Boden. Ich schlief ein. Doch ich wachte nicht mehr auf. Den jemand schoss mir in den Brustkorb.Jetzt war ich frei. Ich musste mir nie wieder Gedanken machen wie sehr ich mich hüten musste vor den Gefahren die unbemerkt auf mich warten, denn jetzt haben jene Gefahren mich eingeholt. Diese Freiheit konnte mir keiner mehr nehmen.
Florian Buchner
cc - 13. Jan, 11:45
"Verbesserungskampf" in Mexiko
Es war ein lang angestauter Konflikt, zwischen den mexikanischen Arbeitern und ihren Arbeitgebern. Der Konflikt wegen der schlechten Arbeitsbedingungen hatte sich über Monate hinzogen und entlud sich vergangenen Monat brutal in Mexikocity. Hunderte junge Demonstranten hatten sich extra ihre beste Hemden angezogen, ganz nach dem Motto: „Wir sind auch wer!“
Sie stürmten, zu Fuß oder per Motorrad einen Industrie bzw. Wohn-Vorort von Mexikocity und richteten große Schäden und Verwüstungen an. So wurden Straßenschilder umgerissen, Feuer gelegt, Plakatwände umgestoßen und Rauchbomben gezündet.
Einige der Demonstranten hatten sich vermummt, aus Angst von den Fabriksbossen erkannt zu werden. Doch manche von ihnen trugen auch ein Lächeln auf dem Gesicht, da sie sich endlich zur wehr gesetzt hatten. Als die Flammen von brennendem Plastikabfällen am stärksten aufloderten, setzte ein junger Mann ein Zeichen und sprang mutig über die etwa ein Meter hohen Flammen, ganz nach dem Motto: „Ihr seid die Flamme die uns in die Knie zwingen will, doch wir sind der Sturm der sich über die Flamme erhebt.“
Auch wenn die Polizei die Demonstration erst nach Stunden auflösen konnte und die großen Fabriken selbst für die Schäden ihrer Mitarbeiter aufkamen, wird wenig von der Großdemonstration bleiben.
So wird es keine Verbesserung im örtlichen Transportwesen geben, das die Demonstranten mit ihren wenigen alten Mopeds ansprachen. Den Schutz vor Verfolgung und Bespitzelung der Fabriken, den die Demonstranten durch Vermummung kund taten, wird es auch nicht geben. Vielmehr ließen die Fabriken nach diesem „Krawall“ noch zusätzliche Überwachungskameras installieren und stellten mehr Securities ein. Auch die Hoffnung auf Verbesserung der Arbeitssituationen, hatte vielen Demonstranten schon ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Doch auch hier greifen die Behörden nicht ein, da es kaum Vorschriften für die Fabriken gibt. Daher bleiben in vielen Fabriken die schlechten Hygiene und gesundheitsgefährdeten – Sicherheitsrisikos vorherrschend.
Zuletzt blieb nur noch der Wunsch nach mehr Freiheit, den der junge Mann, der über das Feuer sprang zu Ausdruck brachte. Ein Wunsch den er mit etwas mehr als zwei drittel der Arbeiter Landesweit teilt. Doch wann die Arbeiter Mexikos mehr Freiheit erlangen werden, steht noch in den Sternen.
Eines ist nur sicher, die Demonstration war ein Zeichen für die Welt, aber offensichtlich nicht für das Land, deshalb geht wie so oft der Konflikt weiter…
Text von: Marco
Sie stürmten, zu Fuß oder per Motorrad einen Industrie bzw. Wohn-Vorort von Mexikocity und richteten große Schäden und Verwüstungen an. So wurden Straßenschilder umgerissen, Feuer gelegt, Plakatwände umgestoßen und Rauchbomben gezündet.
Einige der Demonstranten hatten sich vermummt, aus Angst von den Fabriksbossen erkannt zu werden. Doch manche von ihnen trugen auch ein Lächeln auf dem Gesicht, da sie sich endlich zur wehr gesetzt hatten. Als die Flammen von brennendem Plastikabfällen am stärksten aufloderten, setzte ein junger Mann ein Zeichen und sprang mutig über die etwa ein Meter hohen Flammen, ganz nach dem Motto: „Ihr seid die Flamme die uns in die Knie zwingen will, doch wir sind der Sturm der sich über die Flamme erhebt.“
Auch wenn die Polizei die Demonstration erst nach Stunden auflösen konnte und die großen Fabriken selbst für die Schäden ihrer Mitarbeiter aufkamen, wird wenig von der Großdemonstration bleiben.
So wird es keine Verbesserung im örtlichen Transportwesen geben, das die Demonstranten mit ihren wenigen alten Mopeds ansprachen. Den Schutz vor Verfolgung und Bespitzelung der Fabriken, den die Demonstranten durch Vermummung kund taten, wird es auch nicht geben. Vielmehr ließen die Fabriken nach diesem „Krawall“ noch zusätzliche Überwachungskameras installieren und stellten mehr Securities ein. Auch die Hoffnung auf Verbesserung der Arbeitssituationen, hatte vielen Demonstranten schon ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Doch auch hier greifen die Behörden nicht ein, da es kaum Vorschriften für die Fabriken gibt. Daher bleiben in vielen Fabriken die schlechten Hygiene und gesundheitsgefährdeten – Sicherheitsrisikos vorherrschend.
Zuletzt blieb nur noch der Wunsch nach mehr Freiheit, den der junge Mann, der über das Feuer sprang zu Ausdruck brachte. Ein Wunsch den er mit etwas mehr als zwei drittel der Arbeiter Landesweit teilt. Doch wann die Arbeiter Mexikos mehr Freiheit erlangen werden, steht noch in den Sternen.
Eines ist nur sicher, die Demonstration war ein Zeichen für die Welt, aber offensichtlich nicht für das Land, deshalb geht wie so oft der Konflikt weiter…
Text von: Marco
hasselhoff - 13. Jan, 11:46
Mögliche Mögliche Auffassung von Verwüstung
Mögliche Auffassung von Verwüstung
von Ruth Hofmann
Als der junge Mann vor zwei Monaten eine grünen Schal von seiner Tante geschenkt bekam, welchen sie ihm von einer ihrer Reisen mitgebracht hatte, verschwendete wohl weder sie noch er einen Gedanken daran, dass dies das Kleidungsstück sein könnte mit dem er der Welt in Erinnerung bleiben würde.
Überhaupt wäre es ihm lieber wenn es nie so weit hätte kommen müssen. Aber dieser junge Mann lebt, wie wir alle, in einer Welt, in der sich nicht immer alle einig darüber sind was Recht ist und was Unrecht und sich demzufolge nicht immer alle angemessen behandelt fühlen. Wenn es aber soweit kommt, dass die Regierung eines Landes die Wünsche und Bedürfnisse seiner Bevölkerung vollkommen missachtet, muss man etwas dagegen tun, findet er. Aus diesem Grund hat er sich an diesem Morgen mit ihm gleichgesinnten versammelt um etwas Unruhe zu stiften, also hier und da ein Feuer legen, kleinere Explosionen verursachen, und mit Steinen auf Gebäude werfen. Eben einfach auf sich Aufmerksam machen. Menschen sollen dabei eigentlich keine ums Leben kommen, nur ein Zeichen soll gesetzt werden. Damit „die“ mal kapieren, dass „sie“ nicht einfach machen können was „sie“ wollen. Doch leider werden Menschen in solchen Situationen aus Wut und Übermut zu wilden Tieren und die Handlungen der Demonstranten laufen, wie auch an diesem Tag, häufig aus dem Ruder. Der Mann flieht also, wie alle um ihn herum, vor einer Explosion für die er selbst die Verantwortung trägt. Das Dröhnen der Motoren, das Donnern der schnellen Schritte und viele laute Stimmen hat er im Ohr und den penetranten Geruch von verbranntem Papier und Plastik in der Nase, als er sich fragt ob das alles einen Sinn macht…Zerstörung und Chaos um Recht und Ordnung herzustellen? Zorn und überhitzte Gemüter um verstanden zu werden?...
In diesem Moment macht jemand ein Foto, um die bewegenden Emotionen dieses Moments festzuhalten, doch das bekommt der Mann mit dem grünen Tuch um den Hals gar nicht mit.
Denn in Gedanken kommt er zu dem Schluss, dass es leider doch Sinn macht, wenn man in einem Land lebt, in dem ruhige Demonstrationen nichts im Handeln der Regierenden verändern und auch von größeren, internationalen Organisationen oder anderen Staaten keine Unterstützung für die Anliegen des Volkes kommt. In diesem Fall ist es für ihn die einzig erdenkliche Lösung, Proteste zu veranstalten die weder überhört noch übersehen werden können und so regelrecht zu Reformen zwingen.
Und deswegen läuft er weiter, nachdem er einem Mann in einem weißen T- Shirt aufgeholfen hat, der nach seinem Sprung über ein Feuer gestürzt war, läuft weiter um gemeinsam mit den anderen Steine auf das Regierungsgebäude zu werfen, läuft weiter um etwas zu bewirken und, hoffentlich, in einer bessern Zukunft anzukommen.
von Ruth Hofmann
Als der junge Mann vor zwei Monaten eine grünen Schal von seiner Tante geschenkt bekam, welchen sie ihm von einer ihrer Reisen mitgebracht hatte, verschwendete wohl weder sie noch er einen Gedanken daran, dass dies das Kleidungsstück sein könnte mit dem er der Welt in Erinnerung bleiben würde.
Überhaupt wäre es ihm lieber wenn es nie so weit hätte kommen müssen. Aber dieser junge Mann lebt, wie wir alle, in einer Welt, in der sich nicht immer alle einig darüber sind was Recht ist und was Unrecht und sich demzufolge nicht immer alle angemessen behandelt fühlen. Wenn es aber soweit kommt, dass die Regierung eines Landes die Wünsche und Bedürfnisse seiner Bevölkerung vollkommen missachtet, muss man etwas dagegen tun, findet er. Aus diesem Grund hat er sich an diesem Morgen mit ihm gleichgesinnten versammelt um etwas Unruhe zu stiften, also hier und da ein Feuer legen, kleinere Explosionen verursachen, und mit Steinen auf Gebäude werfen. Eben einfach auf sich Aufmerksam machen. Menschen sollen dabei eigentlich keine ums Leben kommen, nur ein Zeichen soll gesetzt werden. Damit „die“ mal kapieren, dass „sie“ nicht einfach machen können was „sie“ wollen. Doch leider werden Menschen in solchen Situationen aus Wut und Übermut zu wilden Tieren und die Handlungen der Demonstranten laufen, wie auch an diesem Tag, häufig aus dem Ruder. Der Mann flieht also, wie alle um ihn herum, vor einer Explosion für die er selbst die Verantwortung trägt. Das Dröhnen der Motoren, das Donnern der schnellen Schritte und viele laute Stimmen hat er im Ohr und den penetranten Geruch von verbranntem Papier und Plastik in der Nase, als er sich fragt ob das alles einen Sinn macht…Zerstörung und Chaos um Recht und Ordnung herzustellen? Zorn und überhitzte Gemüter um verstanden zu werden?...
In diesem Moment macht jemand ein Foto, um die bewegenden Emotionen dieses Moments festzuhalten, doch das bekommt der Mann mit dem grünen Tuch um den Hals gar nicht mit.
Denn in Gedanken kommt er zu dem Schluss, dass es leider doch Sinn macht, wenn man in einem Land lebt, in dem ruhige Demonstrationen nichts im Handeln der Regierenden verändern und auch von größeren, internationalen Organisationen oder anderen Staaten keine Unterstützung für die Anliegen des Volkes kommt. In diesem Fall ist es für ihn die einzig erdenkliche Lösung, Proteste zu veranstalten die weder überhört noch übersehen werden können und so regelrecht zu Reformen zwingen.
Und deswegen läuft er weiter, nachdem er einem Mann in einem weißen T- Shirt aufgeholfen hat, der nach seinem Sprung über ein Feuer gestürzt war, läuft weiter um gemeinsam mit den anderen Steine auf das Regierungsgebäude zu werfen, läuft weiter um etwas zu bewirken und, hoffentlich, in einer bessern Zukunft anzukommen.
cc - 13. Jan, 11:50
Flammenwerfer
Die Mittagssonne steht an ihrem höchsten Punkt und brennt auf uns alle herunter,
brennt den letzten Rest menschlichen Verstand aus den Köpfen.
In der Luft vermischen sich Verzweiflung und unbändiger Hass zu einer tödlichen Mischung. Es ist fast unmöglich sich von dieser Stimmung nicht anstecken zu lassen.
Hauptsächlich Männer befinden sich auf den Straßen und ich beobachte die Menschenmasse, die mit lautem Geschrei die Straßen entlang rennt, planlos und ohne Ziel. Überall steigt Rauch auf und mehrere Stellen auf den Straßen des Irans brennen.
Das Atmen fällt einem schwer und ich muss mich fast zwingen, um diese demonstrierende Gruppe nicht tatkräftig zu unterstützen.
Kaum etwas kann ich verstehen von dem, was diese Menschen schreien, doch einen jungen Mann, der direkt vor mir über brennende, mit Benzin überschüttete Stoffreste springt, den kann ich sehr wohl verstehen, wie er mit schmerzverzerrtem Gesicht voller Überzeugung: „Für die Freiheit!“ schreit.
In diesem Augenblick bleibt für mich die Welt für einen Moment stehen. Eine Art Ohnmacht bricht über mich herein und ich kann nichts anderes als still stehen zu bleiben und zu versuchen die gewaltigen Eindrücke wie Hass, Angst, Verzweiflung und Hilflosigkeit zu verstehen.
Mir wird wieder einmal schlagartig klar, wie grausam die Menschheit sein kann. Jeder Einzelne, der hier auf mich zukommt, wird politisch verfolgt und zwar aus dem einfachen Grund einer anderen Herkunft.
Hier liegen Konflikte vor, die sich kaum einer vorstellen oder gar begreifen kann. Die vorhandene Diskriminierung des Staates treibt diese Menschen dazu an, sich zu wehren. Zu zeigen das sie als Minderheit den menschlichen Respekt, genauso verdienen wie jeder andere in diesem Land.
Mitten in diesem blutigen Zusammenstoß stehe nun ich und bin mehr als ratlos. Immer wieder wundere ich mich über die fast schon lustvolle Ausführung von Gewalt und Brutalität des Staates.
Mein einziger brennender Wunsch ist, dass die Bewohner niemals aufgeben, sondern solange dagegen ankämpfen bis sich die Welt wieder einmal ein Stück verbessert.
von Amanda Klee
brennt den letzten Rest menschlichen Verstand aus den Köpfen.
In der Luft vermischen sich Verzweiflung und unbändiger Hass zu einer tödlichen Mischung. Es ist fast unmöglich sich von dieser Stimmung nicht anstecken zu lassen.
Hauptsächlich Männer befinden sich auf den Straßen und ich beobachte die Menschenmasse, die mit lautem Geschrei die Straßen entlang rennt, planlos und ohne Ziel. Überall steigt Rauch auf und mehrere Stellen auf den Straßen des Irans brennen.
Das Atmen fällt einem schwer und ich muss mich fast zwingen, um diese demonstrierende Gruppe nicht tatkräftig zu unterstützen.
Kaum etwas kann ich verstehen von dem, was diese Menschen schreien, doch einen jungen Mann, der direkt vor mir über brennende, mit Benzin überschüttete Stoffreste springt, den kann ich sehr wohl verstehen, wie er mit schmerzverzerrtem Gesicht voller Überzeugung: „Für die Freiheit!“ schreit.
In diesem Augenblick bleibt für mich die Welt für einen Moment stehen. Eine Art Ohnmacht bricht über mich herein und ich kann nichts anderes als still stehen zu bleiben und zu versuchen die gewaltigen Eindrücke wie Hass, Angst, Verzweiflung und Hilflosigkeit zu verstehen.
Mir wird wieder einmal schlagartig klar, wie grausam die Menschheit sein kann. Jeder Einzelne, der hier auf mich zukommt, wird politisch verfolgt und zwar aus dem einfachen Grund einer anderen Herkunft.
Hier liegen Konflikte vor, die sich kaum einer vorstellen oder gar begreifen kann. Die vorhandene Diskriminierung des Staates treibt diese Menschen dazu an, sich zu wehren. Zu zeigen das sie als Minderheit den menschlichen Respekt, genauso verdienen wie jeder andere in diesem Land.
Mitten in diesem blutigen Zusammenstoß stehe nun ich und bin mehr als ratlos. Immer wieder wundere ich mich über die fast schon lustvolle Ausführung von Gewalt und Brutalität des Staates.
Mein einziger brennender Wunsch ist, dass die Bewohner niemals aufgeben, sondern solange dagegen ankämpfen bis sich die Welt wieder einmal ein Stück verbessert.
von Amanda Klee
cc - 13. Jan, 11:52
Fragment
Hast du dich in einer Menschenmasse schon mal ganz allein gefühlt? So, dass du wusstest, dass, obwohl dich Leute von allen Seiten drängen und du kaum ausweichen kannst, trotzdem niemand da ist, der dir helfen würde? Ganz auf dich allein gestellt sein. Und laufen. Dorthin wo mich der Strom mitreißt. Ich weiß nicht wohin ich laufe. Bloß weg und nie mehr zurück.
Es macht mir bedrückende Angst. Aber irgendwo spüre ich auch Freiheit in mir hochkommen. Oder ist es eben die, die mir Angst macht?
Jemand rempelt mich. Ich blicke nach links. Neben mir läuft ein Mann, so um die dreißig mit Vollbart. Er scheint die Freiheit irgendwie zu genießen. Er schlägt Haken durch die Menschenmasse wie ein Schuljunge, der zu spät zur Schule kommt. Ich sehe wie seine Augen leuchten, wie ein beinahe hämisches Lächeln seinen Mund umspielt. Fast so als würde er unsere Angst verspotten. Er ist Kontrast zu Masse. Stark. Groß. Und ich habe plötzlich das Gefühl, dass er über uns fliegt. Ich beneide ihn um diese Leichtigkeit. Dann sehe ich ihn nicht mehr.
Immer wieder höre ich ersticke Schreie. Ich kann gar nicht schreien, nur laufen. Und versuchen diese Bilder zu unterdrücken. Zumindest jetzt nicht zu zulassen.
Benzingeruch erstickt die Luft und beißt sich durch meine Lungen, vor mir ein Meer aus Flammen. Ich springe.
Meine Augen brennen, als würde das Leid sie entzünden. Aber ich laufe weiter. Stehen bleiben kann ich nicht. Ich würde zurückblicken und blind werden.
Ein grauhaariger Mann liegt auf dem Boden. Er hat Schmerzen. Ich kann ihm nicht helfen. Niemand kann das. Hier ist jeder für sich. Das weiß er, ich kann es in seinen Augen sehen. Die Hoffnungslosigkeit. Die Tränen die er mit seinem grünen Tuch zu verbergen versucht.
Ich will auch etwas, an dem ich mich festhalten kann. Irgendwen, irgendwas. Doch im Moment habe ich nur die Angst, die mich isoliert. Die mich alleine macht.
Anna
Es macht mir bedrückende Angst. Aber irgendwo spüre ich auch Freiheit in mir hochkommen. Oder ist es eben die, die mir Angst macht?
Jemand rempelt mich. Ich blicke nach links. Neben mir läuft ein Mann, so um die dreißig mit Vollbart. Er scheint die Freiheit irgendwie zu genießen. Er schlägt Haken durch die Menschenmasse wie ein Schuljunge, der zu spät zur Schule kommt. Ich sehe wie seine Augen leuchten, wie ein beinahe hämisches Lächeln seinen Mund umspielt. Fast so als würde er unsere Angst verspotten. Er ist Kontrast zu Masse. Stark. Groß. Und ich habe plötzlich das Gefühl, dass er über uns fliegt. Ich beneide ihn um diese Leichtigkeit. Dann sehe ich ihn nicht mehr.
Immer wieder höre ich ersticke Schreie. Ich kann gar nicht schreien, nur laufen. Und versuchen diese Bilder zu unterdrücken. Zumindest jetzt nicht zu zulassen.
Benzingeruch erstickt die Luft und beißt sich durch meine Lungen, vor mir ein Meer aus Flammen. Ich springe.
Meine Augen brennen, als würde das Leid sie entzünden. Aber ich laufe weiter. Stehen bleiben kann ich nicht. Ich würde zurückblicken und blind werden.
Ein grauhaariger Mann liegt auf dem Boden. Er hat Schmerzen. Ich kann ihm nicht helfen. Niemand kann das. Hier ist jeder für sich. Das weiß er, ich kann es in seinen Augen sehen. Die Hoffnungslosigkeit. Die Tränen die er mit seinem grünen Tuch zu verbergen versucht.
Ich will auch etwas, an dem ich mich festhalten kann. Irgendwen, irgendwas. Doch im Moment habe ich nur die Angst, die mich isoliert. Die mich alleine macht.
Anna
Niki
Wenn ich das Bild mit diesem Hintergedanken betrachte, steht es mir nicht zu auf Emotionen Gedanken etc. näher einzugehen. Deshalb beschreibe ich das für mich deutlich Sichtbare:
Von überall laufen Menschenmengen in die Richtung der Gefahr, zu den Flammen. Doch scheint es nicht als währen sie verängstigt, zumindest nicht alle, eher interessiert an dem gerade Vergangenen, zum Beispiel an einen Anschlag der eventuell kurz vorher stattfand, dessen Folgen bis hin in das dortige Jetzt reicht. Es ist eine düstere Stimmung, im Hintergrund ist schwarzer Rauch, der einen Baum und einen Teil des Himmels verdeckt; im Vordergrund sind Flammen. Auf der Seite ist ein Haus, welches nicht nur schmutzig, sondern auch unbewohnbar aussieht.
Es ist ein einprägendes Bild, allerdings nicht auf einer Gefühlsebene vielmehr, da es sehr kalt und sächlich ist.