26
Apr
2010

Sterben

Eine Kindergeschichte
SteffiVrbka - 26. Apr, 11:33

Die Oma im Himmel

Heute, als ich von der Schule nach Hause gekommen bin, haben Mama und Papa schon auf mich gewartet. Sie haben gesagt, dass sie mit mir reden müssen. Also haben wir uns aufs Sofa gesetzt und Mama sagte, dass es der Oma nicht gut geht und sie deshalb eine Woche zu ihr fahren muss.
Papa, Marcel und ich werden hier bleiben und Mama wird uns jeden Tag anrufen. Papa meint, dass das sicher eine ganz tolle Woche wird, mal allein unter Männern, aber ich glaub ich werd die Mama vermissen.

Mama ist jetzt schon 3 Tage weg und Papa hat gemeint, dass sie vielleicht noch länger bleibt weil die Oma jetzt im Krankenhaus ist.

Gestern hat Marcel gefragt, ob die Oma jetzt sterben muss.
Ich glaube so etwas darf man nicht fragen, aber Marcel ist ja erst vier, der weiß sowas noch nicht.
Papa hat gemeint, dass es der Oma sehr schlecht geht und plötzlich ist seine Stimme ganz komisch geworden. Ich habe Papa noch nie weinen gesehen.
Mama sagt immer, wenn ein Mensch stirbt dann kommt er in den Himmel und schaut uns von oben zu.

Heute hat Mama angerufen und gesagt, dass wir auch zur Oma fahren sollen. Also hab ich meinen Mickey Mouse Koffer gepackt und dem Marcel geholfen seinen zu packen.
Ich hab auch ein Geschenk für die Oma. Gestern hab ich ein Bild gemalt, von der Mama, dem Papa, dem Marcel und mir. Ich hoffe sie freut sich.

Als wir heute Oma besuchen waren, war ich das aller erste mal in einem Krankenhaus. Es gefällt mir dort nicht. Alles ist weiß und riecht so komisch.
Aber Omas Zimmer ist schön. Mama hat ein paar Bilder aufgestellt und Blumen auf den Nachttisch gestellt. Ich glaube Oma hat sich sehr gefreut uns zu sehen. Doch sie hat nicht so viel mit uns geredet. Mama meint, weil sie so müde ist. Mein Bild habe ich gleich neben ihr Bett gehängt. So kann sie es immer anschauen.

Papa, Marcel und ich sind jetzt wieder zu Hause. Mama bleibt noch länger bei der Oma, aber Papa meint sie kommt bald wieder.

Heute hat Mama angerufen und ich habe abgehoben. Aber sie hat ganz komisch geklungen und wollte mit Papa reden.
Später hat sich Papa mit Marcel und mir auf das Sofa gesetzt und dann hat er gesagt, dass die Oma heute gestorben ist.
Marcel hat das nicht so ganz verstanden, aber ich schon. Ich musste ganz schrecklich weinen. Aber Papa hat gesagt, dass die Oma jetzt auf einer Wolke sitzt und auf uns runterschaut. Ich glaube die Oma will sicher nicht sehen wie wir weinen, weil sie dann auch traurig wird.

Mama ist endlich wieder da. Aber sie ist ganz anders als sonst. Ich glaube sie ist sehr traurig weil ihre Mama gestorben ist und deswegen pass ich jetzt auch ganz gut auf sie auf. Das macht die Oma im Himmel sicher glücklich.

Conny.D - 26. Apr, 11:36

Für immer

Eigentlich war es ein ganz normaler Tag für Lucas, wie jeden Tag am Morgen stand er auf, ging ins Badezimmer und putzte sich die Zähne. Doch schon zu diesem Zeitpunkt fühlte er sich komisch, etwas anders. Es schien alles so leer, irgendwas fehlte. Es war eine ganz andere Stimmung in der Wohnung. Als er die Küche betrat erwarteten ihn schon seine Eltern. Sie standen beide, es war komisch. Mutter war verweint und Vater tröstete sie. Noch immer wusste Lucas nicht was los sei. Hat sich Mama wehgetan? Fragte er. Doch es war etwas anderes, ein Gefühl welches Lucas noch nicht kannte.

Zögerlich begann seine Mutter mit einer heulenden Stimme zu schluchzen: Oma ist fort, sie ist weg, sie ist Tot.

Lucas erstarrte, aber Oma sie kann doch nicht……………das kann nicht sein….sie war doch gestern noch da………ich glaube das nicht.

Im ersten Moment weinte er nicht einmal, für ihn war es so unglaubhaft er konnte es kaum fassen. Eine Person kann doch nicht von dem einen auf den anderen Moment verschwinden.
Der ganze Morgen verlief recht normal Lucas fühlte sich leer aber traurig war er noch nicht wirklich.

Erst zu Mittag realisierte er die ganze Situation und brach in Tränen aus. In seinem Kopf spinnen Gedanken in Gedanken in Form von Bildern ja sogar Filmen, er erinnerte sich an die schönen Zeiten mit seiner Großmutter, es fühlte sich alles so echt an.

Lucas suchte Trost bei seinen Eltern, das linderte den Schmerz. Jetzt erst realisierte er, dass er nie mehr seine Großmutter wieder sehen würde.

Am nächsten Morgen ging es ihm ein wenig besser. Vater sagte diese Gefühle würden verschwinden. Ich glaube das nicht ich, ich werde für immer traurig bleiben.

bruno k - 26. Apr, 11:43

Pauli und der Tod

Stell dir vor du lebst auf einem Bauernhof mitten am Land, in den Bergen. Das erste was du siehst wenn du am Morgen aus dem Fenster schaust ist die Aufgehende Sonne. Sie erscheint hinter den Bergen und färbt das ganze Tal mit ihrem kräftigen Rot. Das erste was du hörst ist der Fluss wie er sich den Berg runterschlängelt. Sein lautes Geräusch fühlt sich angenehm in deinem Ohr an. Stell dir vor, kurz bevor du in die Schule gehst, schaust du noch einmal aus dem Fenster. Du schaust dir die Landschaft an und fühlst dich glücklich. Und wenn du von der Schule nach hause kommst, wartet sie schon auf dich.
Pauli hat all das. Mit seiner ganzen Familie lebt er am Bauernhof mitten in den Bergen. Seit seiner Geburt hat der kleine Pauli schon diese schöne Landschaft. Er sieht sie jeden Tag. Oft sitzt er sogar im Gras. Dann schaut er der Sonne beim auf- und untergehen zu und hört dem Fluss beim plätschern zu. Jedes Mal wenn er das tut, fühlt er sich gut. Und so hat Pauli eine glückliche Kindheit.
Doch Paulis Großvater ist krank. Schon seit längerem. Er liegt nur noch zuhause im Bett und darf nicht mehr raus. Er hustet viel und kann nur mehr langsam reden. Aber Paulis Eltern haben im gesagt, dass Opa bald wieder gesund wird. Und so macht sich Pauli keine Sorgen.
Doch als Opa plötzlich stirbt wird Pauli sehr traurig. Mama sagt er ist friedlich im Schlaf gestorben. Sie sagt er ist jetzt an einem besseren Ort.
Aber Pauli wollte Opa noch länger bei ihm haben. Er vermisst Opa sehr und denkt oft an ihn. Pauli wird sehr unglücklich. Er liegt nicht mehr in der Wiese und genießt die Landschaft. Kein Blick aus dem Fenster am Morgen kann ihn mehr erfreuen.
Schließlich redet seine Mutter mit ihm. Sie erklärt Pauli, dass jeder Mensch einmal sterben muss. Als Pauli fragt ob er auch sterben muss sagt seine Mutter:“ Ja, aber du hast noch dein ganzes Leben vor dir“. „Eine halbe Ewigkeit“, fügt sie schmunzelt hinzu. „Und jetzt solltest du dich an dem erfreuen was du hast“. Da fühlt sich Pauli gleich besser. Er denkt noch oft an seinen Opa und wo er jetzt ist aber egal wo, er hat es bestimmt schön dort.
Und am nächsten Morgen sah Pauli wieder die Schönheit der Sonne und er hörte den Klang des Flusses. Da fühlte er sich wieder glücklich.

Valerie Elizabeth - 26. Apr, 11:46

Die andere Welt..

Es war ein schöner Frühlingstag. Die Vögel zwitscherten und alles strahlte im Licht der Sonne. Laura fuhr mit ihrem Fahrrad einen schmalen holprigen Weg entlang. Der Weg führte zum Badesee. Von weitem hörte sie schon ein Stimmengewirr. „Lauraaaa!“ schrie Marie, ihre beste Freundin. Schreiend und kirchernd setzten Sie sich in den Schatten unter einem Baum. Marie steckte sie mit ihrer guten Laune sofort an. Sie war der ehrlichste und netteste Mensch im ganzen Umfeld. Eine bessere Freundin konnte sie sich gar nicht vorstellen.
Maries Eltern gehörte der Bootsverleih am Badesee. Schon oft sind sie den Badesee entlang gefahren, so würde es auch heute sein. Eine Stunde später saßen Sie im Boot. Maries Eltern wollten ihnen zuerst nicht erlauben den See entlang zu fahren, da ein Gewitter aufkommen würde. Von weitem sah man schon die schwarzen Wolken. Laura roch schon den Regen. Ein herrlicher Geruch. Als sie in der Mitte des Sees waren, spürte sie schon die ersten Regentropfen auf der Haut. Der Wind wurde immer stärker. Plötzlich wurde alles in dunkles Licht der Gewitterwolken getaucht. Die Gewitterstimmung beeindruckte Laura. Ihr langes braunes Haar wehte im Wind. Da bemerkte sie das Marie panisch versuchte an Land zu kommen. Das Boot schaukelte wild umher, es drohte zu kippen. Ein heftiger Windstoß traf die beiden unerwartet. Da spürte Laura nur mehr Wasser. Kaltes welliges Wasser.

Als Laura die Augen öffnete sah sie nur Weiß. Ein weißes Bett, eine weiße Bettdecke, weiße Wände. Ein Wimmern kam aus einer Ecke. Ihre Mutter!
„Mama!!“ , krächzte Laura. „Ach Kind…Mein geliebtes Kind“, murmelte ihre Mutter schluchzend. Sie umarmte Laura. Es war eine schöne warme Umarmung.
Dann fielen ihr lauter Fragen ein. Was war passiert? Wo ist Laura?
Doch dann fiel sie in einen langen traumlosen Schlaf.
Erst 2 Tage später wachte sie auf. Ihr tat alles weh. Ihre Augen brannten. Ihr Körper fühlte sich unendlich schwer an. Ihre Mutter erklärte ihr das sie sehr hohes Fieber hatte.
Als sie wieder Zuhause war fielen ihr wieder all die Fragen ein die sie vor dem langen Schlaf hatte.
„Mama… wie geht es Marie?, fragte sie vorsichtig.
Ihre Mutter erstarrte.
„Naja..Laura..Marie…ja Marie ist…“ und stoppte.
Sie versuchte es mit einem neuen Ansatz zu sagen „ Marie kommt nicht wieder..“.
„Wie meinst du Marie kommt nicht wieder? Ist sie auf Urlaub?“
„So ähnlich mein Schatz…“ erwiderte ihre Mutter.
„Sie hat sich nicht mal von mir verabschiedet!!“ sagte Laura trotzig.
„Ach Laura, weißt du noch was an dem Tag passiert ist als ihr auf dem See wart?“ fragte ihre Mutter.
„Nein“, antwortete Laura knapp.
Sie erinnerte sich nur an das Boot das kippte und sie dann in einem weißen Zimmer aufwachte.
„Marie ist tot mein Schatz..“ sagte ihre Mutter.
„Tot? Was heißt Tot?“ fragte Laura verwirrt.
„Sie lebt nicht mehr, sie ist nicht mehr in dieser Welt sondern in einer anderen Welt, eine Welt die wir noch nicht kennen, genauso wie deine Oma. Das Wort Tot kann man schwer beschreiben, Laura.“
Laura spürte wie ihr die Tränen hochkamen.
Ihre beste Freundin ist in einer anderen Welt!!, ohne sich verabschiedet zu habem…
Deswegen schrieb Laura einen Brief an Marie, darüber wie traurig und enttäuscht sie ist das Marie sich nicht von ihr verabschiedet hat. Immerhin waren sie beste Freundinnen!!
Sie bat ihre Mutter den Brief Marie zu schicken..

Lucia de la Duena - 26. Apr, 11:46

Der kleine Fritz

Die Geschichte vom kleinen Fritz. Es war einmal ein kleiner Junge namens Fritz. Er wohnte mit seinen Eltern in einem kleinen Dorf in einem großen blauen Haus, umgeben von einem großen Garten mit vielen bunten Blumen.

Es war Montagmorgen und Fritzi musste wie jeden Montag in die Schule. Aber heute war nicht ein Tag wie jeder andere sondern ein ganz besonderer. Heute darf Fritz zum ersten Mal in die Schule gehen.

Ganz aufgeregt packt er seine Schultasche gibt Mama und Papa ein Bussi und geht los. Er geht am Haus der Familie Müllner vorbei. Durch den Kinderspielplatz und schon ist er da.
Fritz mag die Schule, denn er hat ganz viele Freunde. Die Lehrerin sagt immer zu ihm dass er ein ganz schlauer Fuchs ist.

Als die Schule zu ende ist warten bereits Mama und Papa auf Fritzi zu Hause. Sie sitzen am Tisch und schauen sehr traurig. Mama sagt zu ihm: „ Komm Fritzi setz dich zu uns, wir müssen dir was sagen.“ Leicht nervös begibt sich Fritz zum ihnen und setzt sich hin. Er glaubt er hätte etwas Böses getan.

Fritzi’s Mama fängt an zu erzählen: „ Schau Fritzi du bist schon ein großer Junge, dem Opa dem geht’s nicht gut. Er wird leider bald nicht mehr bei uns sein.“
Ganz verwirrt sitzt Fritzi da und denkt sich wohin er den fahren will. Hier ist es doch so schön.

Seine Mama nimmt Fritzi auf den Schoß und sagt: „ Fritzi, es ist nun mal so wenn man älter wird dann kann man irgendwann nicht mehr, und dann geht man wo anders hin. In den Himmel. Ja, in den Himmel. So ist das auch bei Opa, er ist leider schon sehr, sehr alt.“
Fritzi war sehr traurig und verstand das alles nicht so ganz. „Aber, aber gestern war er doch noch da, warum ist er jetzt weg?“, fragte Fritzi. Seine Mama antwortete: „ Fritzi mein Kind so ist das leider nun mal. Aber Opa wird immer bei dir sein.

Traurig legte Fritzi sich in sein Bett und versuchte zu schlafen doch er konnte nicht. Seine Mama kam ins Zimmer und nahm ihn in den Arm, kurz darauf kam sein Papa mit einem großen roten Feuerwehrauto und sagte: „ Das ist für dich, Opa hat es als kleines Kind gehabt und wollte das du es bekommst.“

In Fritzi’s Gesicht war ein Lächeln zu erkennen. Er packte das Feuerwehrauto nahm es in den Arm, legte sich hin und schlief glücklich wieder ein.

JohannaLehrer - 26. Apr, 11:55

Luftballon

Lieber Leo,

Ich bin nicht mehr da. Tut mit leid dass ich so schnell gegangen bin und keine Zeit mehr hatte mich von dir zu verabschieden. Darum habe ich beschlossen dir einen Brief zu schreiben den dir dann deine Mama nach meinen Tod geben wird. Aber keine Sorge, er ist nicht lang. Ich weiß ja du magst keine langen Geschichten. Nur dass das hier keine Geschichte ist. Ich will dir nur alles erklären. Warum ich jetzt nicht mehr da bin. Was wäre ich denn für ein Opa wenn ich einfach so abhauen würde ohne Bescheid zu geben? :)

Hmm… wie erklär ich dir so was jetzt am Besten? Mit „so was“ meine ich den Tod. Das ist wenn du nicht mehr atmest. Nicht mehr redest. Nicht mehr lachst. Aber da sein wirst du immer, und du wirst auf eine andere Art und Weise lachen. Auf einer anderen Ebene. Nämlich da a wo ich jetzt bin. Dass ist so als würde ich eine Brille aufsetzten die mich unsichtbar macht. Nur kann ich sie nie wieder abnehmen…


Weißt du noch als wir deinen Hamster begraben haben und ihm einen Luftballon in den Himmel geschickt haben? Vielleicht kannst du mir ja auch einen schicken. Das würde mich sehr freuen. Und was ich so den ganzen Tag machen werde… das weiß ich noch nicht genau. Natürlich werde ich jeden Tag an dich denken und vielleicht treffe ich die Oma wieder. Dann setzten wir uns zusammen auf die Terrasse und spielen Karten. So wie wir es früher immer gemacht haben. Die Oma wartet sicher schon auf mich. Das hoffe ich mal :) Ich werde immer bei dir sein und auf dich aufpassen. Ich hoffe du verstehst das jetzt alles besser. Ich mache einfach eine Reise. eine lange Reise.



Ich hab dich sehr lieb!

Bussi , dein Opa

P.s.: Und pass mir gut auf die Mama auf :)

Babsi000 - 26. Apr, 11:55

Weißt du, was Sterben ist?

„Weißt du, was Sterben ist?“
Zwei kleine Mädchen auf einer Parkbank, eben noch ins Spiel vertieft.
„Ja, und du nicht?“
„Meine Mama hat mir gesagt, Sterben ist wenn jemand nicht mehr da sein will. Aber ich glaube es ihr nicht, weil meine Oma wollte auch sicher noch da sein und dann war sie trotzdem tot.“
„Vielleicht hat deine Mama ja gelogen.“
„Aber sie lügt nie, das hat sie mir versprochen dass sie das nicht macht wenn ich das auch nicht mache.“
„Achso.“

Eine junge Frau kommt hastig den Weg entlang geeilt. Sie versucht sich Unsicherheit und Angst nicht anmerken zu lassen, doch gerade ihre kleine Tochter auf der Parkbank kann sie besser spüren als irgendjemand sonst.
„Komm mein Engel, wir fahren jetzt zu deiner Schwester.“
„Tschüß, Laura!“
„Tschüß, Emma.“

Emma nimmt die Hand der Mutter und sie gehen.
„Wird sie sterben, Mama?“
Sie bleiben stehen.
„Was hast du gesagt?“
„Mama, ich weiß, dass sie sterben kann. Aber du darfst nicht so traurig sein weil wenn wir immer an sie denken dann ist sie auch immer da.“
Sie gehen weiter.

In einem abgedunkelten Zimmer stehen mehrere Kinderbetten, aber nur eines davon ist belegt.
Emma geht entschlossen auf ihre Schwester zu.
„Ich habe unsere Höhle im Garten schön weitergebaut, jetzt ist sie viel größer! Wenn du wieder gesund bist dann zeig ich dir alle neuen Sachen.“
Die zwei kleinen Kinderhände ergreifen einander und halten sich ganz fest.
„Ich weiß nicht ob ich wieder gesund werde, Emma. Heute Nacht hab ich den lieben Gott gesehen. Er ist nämlich zu mir gekommen und hat gesagt, dass er mich mitnehmen wird, zu sich nach Hause! Dort bekomm ich dann ein Wolkenbett und ich kann fliegen!“
Sie lächelt, vertieft in den Gedanken.
„Das ist ja toll, das musst du mir dann beibringen.“
Die Mutter kommt zur Tür herein und der Anblick schnürt ihr fast die Luft ab. Ihre zwei Kinder dort am Bett, die doch erst so wenig von ihrem Leben mitbekommen haben. Und jetzt soll ihr eines von ihnen einfach wieder genommen werden? Der Gedanke daran gibt ihr ein Gefühl des Versagens und der stechende Schmerz lässt sie fast aufschreien.

„Mama, Laura hat gesagt, wenn jemand stirbt, dann will er nicht mehr da sein. Aber Noe will doch sicher noch nicht weggehen oder? Sie hat mir erzählt dass der liebe Gott bei ihr war und dass sie zu ihm mitkommen darf. Aber warum kommt sie nicht wieder mit zu uns nach Hause?“
„Der liebe Gott nimmt nicht einfach irgendwen zu sich mit. Er nimmt die Menschen mit, die in unserer Welt nicht mehr leben können.“
„Aber warum kann Noe bei uns nicht leben, sie ist doch meine Schwester und ich will dass die dableibt!“
„Ich weiß, das will ich auch. Aber vielleicht geht’s ihr dort einfach besser, weißt du?“
„Hmm. Aber Mama, ich glaub ich muss trotzdem weinen wenn ich weiß dass sie nicht mehr da ist.“
Die Mutter nimmt ihr Kind in den Arm und drückt es fest.
„Ich hab dich so lieb, mein kleiner Engel. Und ich werde auch sicher weinen. Aber Noe wird trotzdem immer da sein wenn wir ganz fest an sie denken, hab ich Recht?“
„Ja Mama, das stimmt.“

Stephan Adler - 26. Apr, 11:55

Der frisch gepresste Orangensaft

Jeden Tag begleitet mich mein Großvater in die Schule. Das hat er schon gemacht als ich im Kindergarten war. Wir gehen ein paar Straßen entlang bis wir eine große Straße überqueren. Manchmal wenn wir es eilig haben komme ich zu spät weil mein Opa nicht mehr so schnell gehen kann. Eines Tages wache ich auf und bemerke, dass Opa nicht an der Tür geklopft hat um mich mit einem frisch gepressten Orangensaft zu verwöhnen und zu stärken. Ich gehe in sein Zimmer und sehe wie er noch mit seinen Schlafsachen im Bett liegt. Ich frage ihn was denn los sei und sage, dass er sich anziehen soll. Er sagt, dass er sich heute nicht so gut fühlt und er mich deshalb heute nicht begleiten kann. Sobald es ihm wieder besser geht weckt er mich natürlich wieder auf und begleitet mich, sagt er. Ein bisschen enttäuscht verabschiede ich mich von ihm mit einer großen Umarmung und gehe zum ersten Mal alleine in die Schule. Als ich zurückkomme sehe ich Opi nicht draußen im Garten Zeitung lesen so wie er es jeden Sommer macht. Ich frage meine Mutter wo er ist. „Es geht ihm sehr schlecht und er liegt noch immer im Bett“, sagt sie. Ich habe Angst und traue mich zuerst nicht zu ihm rein zu gehen, ich weiß selber nicht genau warum. Ich will ihn aber unbedingt sehen also nehme ich meinen ganzen Mut zusammen und gehe mit einer Tasse Kakao die meine Mutter für ihn gemacht hat in sein Zimmer. Als ich die Tür aufmache sehe ich ein blasses Gesicht und Opi sieht nicht glücklich aus. Er streckt seine Hand zu mir und ich halte sie ganz fest. Er sagt: „Mein Lieber Moritz, kannst du mir etwas versprechen?“. „Ja“. „Wenn du in die Schule gehst und überhaupt immer, sollst du gut auf dich aufpassen und mit keinem Fremden reden. Wenn du etwas unbedingt willst, dann darfst du nicht aufgeben und wenn du traurig bist, dann darfst du traurig sein aber nicht zu lange, du musst immer wieder aufstehen und dich in den Griff kriegen, ja?“, sagt er. Ich schaue ihn verwirrt an und habe ein mulmiges Gefühl. „Ja Opi, das verspreche ich dir, aber du passt am Weg in die Schule ja immer so gut auf mich auf, da brauch ich mir ja nicht so viel Sorgen machen, wirst du mich morgen wieder aufwecken wenn es dir besser geht ?“, sage ich. „Ja“, sagt er mit einem kleinen Lächeln. Am nächsten Morgen wache ich wieder auf ohne, dass ich meinen Opa sehe. Ich stehe auf und gehe zu meiner Mutter in die Küche. Sie weint. Ich kann nichts sagen, ich bekomme keine Wörter raus. Ich fange auch an zu weinen. Meine Mutter sagt mir, dass es ihm jetzt besser geht, weil er nicht mehr leiden muss. Ich weine tagelang viel und lange, aber nicht zu lange.
Jasmin Meiri

MarisaScholz - 26. Apr, 11:58

Florian versteht..

Florian ist 8 Jahre alt. Er ist noch ziemlich klein für sein alter. Er trägt eine rote Brille und hat blonde gelockte Haare. Oft kommen deswegen dann die Leute zu ihm und sagen:“ Na du hast aber süße Locken“. Florian hat auch noch 2 Geschwister. Die große Mona und den kleinen Phillip. Mit Mona geht er jeden Tag in die Schule. Florian geht gerne in die Schule. Dort kann er seine Freunde den ganzen Tag sehen und die Frau Lehrerin ist auch immer lieb zu ihm.
Nach der Schule holt ihn Mona immer von der Klasse ab und sie gehen zusammen zu Oma. „Oma backt den besten Kuchen für uns“ posaunt Florian immer in der Klasse herum. Seine Oma hat er sehr lieb. Bei ihr gibt es immer etwas Gutes zu essen und viel Spaß. Entweder er spielte mit ihr ein Brettspiel, oder sie hörten eine Kasette oder im Sommer waren sie immer draußen auf dem Spielplatz, wo er mit anderen Kindern, die er alle schon kannte spielen konnte. Am Abend dann kommt die Mama und holt die beiden von der Oma ab. Florian ist dann immer so müde von dem anstrengenden Tag, dass ihm schon bei der Heimfahrt im Auto die Augen zufallen. Florian ist fast immer bei der Oma, weil die Mama arbeiten muss. An einem Tag, wo er wieder zu Oma gehen sollte, war dann plötzlich die Mama in der Schule.
Florian freute sich riesig sie zu sehen. Sie war aber eher betrübt und sagte zu ihm:“ Du kannst heute nach der Schule nicht zu Oma gehen.“ „Aber warum nicht?“, fragte Florian ganz verwirrt. „ Die Oma ist nicht mehr bei uns. Sie war schon sehr alt, und ist heute von uns gegangen.“ Florian verstand nicht ganz was das heißen sollte. Dann aber sah er die Träne in Mamas Auge und verstand:“ Sie kommt nicht wieder oder??“ Nein“, sagte die Mama leise. Und dann begann er zu schluchzen, und verstand dass er ab jetzt nie mehr zu Oma gehen würde.

Becke - 26. Apr, 12:04

Ferdinand und der Professor

Es ist wieder Sommer geworden und Ferdinand genießt sein Leben wieder in vollen Zügen, den kalten Winter mag er nämlich gar nicht! Er wohnt mit seiner Mutter und seinem Vater in einem großen Haus am Rande der Großstadt. Sein großer Bruder Philipp ist fünf Jahre älter als er und besucht bereits die Mittelschule. Dafür muss Philipp jeden Tag ganz früh mit dem Bus in die Stadt hineinfahren. Ferdinand geht noch in die Volksschule. Aber das stört ihn gar nicht, weil jeden Abend hört er von seinem Bruder wie schrecklich all die Lernerei ist. Und davon wollte Ferdinand wirklich nichts wissen!

Manchmal ist Ferdinand schon vor seinen Eltern zu Hause. Deshalb hat er extra einen Schlüssel bekommen, dann muss er nicht immer vor der Tür warten bis ihm jemand aufsperrt. Oft macht er sich dann verbotenerweise an den süßen Sachen zu schaffen. Hier und da ein Keks kann ja nicht schaden, es muss ja keiner wissen. Die mit Marmelade mag er am liebsten!

Doch am meisten genießt er das Treffen mit dem Professor, ja Ferdinand beeilt sich sogar, um es nicht zu verpassen. Weil mit dem Professor versteht er sich sehr gut! Er wohnt gleich nebenan, nur drei Häuser weiter. Wenn Ferdinand früher nach Hause kommt, kreuzen sich ihre Wege oft vor Ferdinands Haus.
Der Professor ist ein eher kleiner, etwas rundlicher alter Mann. Auf seinem Kopf sind nur noch wenige weiße Haare zu sehen und auf seiner Nase trägt er immer eine dicke Brille mit runden Gläsern. In der Hand hält er einen schönen alten Spazierstock, auf den er sich geübt aufstützen kann und somit auch noch in den alten Jahren seines Lebens Schritt für Schritt nach Hause kommt.
Immer wenn sich Ferdinand mit ihm trifft, erzählt der alte Professor tolle Geschichten aus seinem Leben und manchmal bringt er Ferdinand sogar Sachen aus seinem Labor mit wie eine Lupe oder zeigt ihm einen frisch ausgestopften Hirschkäfer.

Normalerweise sehen sie sich ein bis zwei Mal die Woche, aber in letzter Zeit bleiben die kurzen Treffen immer wieder aus. Traurig zieht sich Ferdinand in sein Zimmer zurück. Nicht einmal die Kekse die er so gerne mag hat er angefasst.
Als seine Mutter von der Arbeit nach Hause kommt findet sie Ferdinand ganz traurig auf. So kennt sie ihn ja gar nicht!
Ferdinands Mutter kennt den alten Professor auch und schätzt ihn sehr. Aber sie weiß nun warum Ferdinand so traurig ist, und sie weiß auch warum die Treffen zwischen Ferdinand und dem Professor ausfallen. Der alte Mann ist gestorben.

Ferdinand kann das alles nicht glauben. Einfach so weg.

„Das Sterben gehört eben zum Leben dazu“, sagt seine Mutter leise, „So wie eine lange Reise nach vielen Abenteuern auch einmal zu Ende geht“.

leaaaa - 26. Apr, 12:05

Leb Wohl, Fisch!

In einem Wäldchen, nahe der großen Stadt, lebt Frido, der kleine Wasserfrosch. Frido ist vom Kopf bis zu den Schwimmhäuten grün. Er wohnt mit seinen Eltern und seinen vielen Geschwistern im schönsten Teich des Wäldchens. Hier spielen er und seine Brüder und Schwestern den ganzen Tag mit ihren Freunden.
Fridos besonderer Freund ist Fisch, der große Karpfen, der in der tiefsten Höhle im tiefsten Teil des Teiches wohnt. Fisch ist schon sehr alt, er schwimmt in dem grün-schillernden Gewässer seit Frido denken kann.
„Wie alt bist du denn jetzt wirklich?“, fragen Frido und seine Geschwister ihren großen Freund beinahe jeden Tag, doch Fisch wedelt dann nur gutmütig mit seinen dunklen Flossen und schweigt.

Eines Tages, es ist ein ganz besonders schöner Frühlingstag, spielen Frido und seine Freunde „Spring-Fangen“ auf den Seerosenblättern des Teiches. Sie haben viel Spaß, bis Frido plötzlich ausrutscht und mit einem lauten „Platsch“ kopfüber in das kühle Nass fällt.
Die anderen Froschkinder lachen laut und lustig, aber Frido findet seinen Sturz gar nicht komisch, und schwimmt beleidigt von dannen.
Er beschließt, Fisch zu besuchen. Der alte Karpfen hat ihm gestern gezeigt, wie man sich die besten Sandburgen am Grunde des Teiches baut. Jetzt will Frido noch die letzten Tipps von Fisch erfahren, um später seine Freunde damit beeindrucken zu können.
Als Frido bei der dunklen Höhle ankommt, in der Fisch lebt, muss er feststellen, dass sein Freund nicht da ist. Seltsam ist das, da Fisch doch gerade in den letzten Tagen nichts lieber tat, als gemächlich am Eingang seiner Behausung vor sich hin zu treiben.
Nachdenklich schwimmt Frido wieder an die Wasseroberfläche und krault schließlich ans Ufer des Teiches, wo er ratlos sitzen bleibt.
Er sieht sich um. Von seinen Eltern oder Geschwistern ist weit und breit nichts zu sehen, auch von keinem anderen Teichbewohner.
Frido lauscht. Es ist still hier, nur das Schilf wiegt sich leicht im milden Frühlingswind. Keine Libellen segeln über das glitzernde Wasser, keine Haselmaus huscht hinter den Gräsern vorbei.
Frido erkennt, dass er an dieser Stelle des Teiches noch nie gewesen ist. Er blickt sich neugierig um. Plötzlich reckt er den grünen Hals – da hinten, liegt da nicht etwas Großes, Dunkles im Sand?
Als Frido vorsichtig näher hüpft, erschrickt er. Es ist Fisch, der da ruhig auf dem körnigen Sand liegt. Sein schwerer, schuppiger Körper wird sanft von kleinen Wellen des Teiches umspült.
Was macht er da?, denkt Frido. „Fisch!“, ruft er seinem großen Freund zu.
Aber er bekommt keine Antwort.
Frido wird es ganz mulmig. Fisch regt keine Flosse.
Auf einmal hört Frido hinter sich ein zartes Quaken, und als er sich umdreht, sitzt seine Mutter hinter ihm. Sie hat Fisch schon gesehen, aber ihr Blick ruht jetzt auf ihrem Sohn.
„Frido“, sagt sie mit weicher Stimme, „du musst keine Angst haben. Komm, lass uns zu ihm gehen.“
Gemeinsam hüpfen die Beiden zu Fisch hinüber.
„Fisch war schon ein sehr, sehr alter Karpfen, Frido.“, sagt seine Mutter. „Sogar als ich noch ein kleiner Frosch war, ist er schon mit uns durch diesen Teich geschwommen. Er hatte einfach nicht mehr genug Kraft. Es war Zeit für ihn. Jetzt kann er sich ausruhen.“
Frido lauscht den Worten seiner Mutter, ohne den Blick von Fisch abzuwenden. Er versucht zu verstehen, was sie ihm eben gesagt hat.
„Passiert uns das allen mal?“, flüstert er. Er fühlt sich auf einmal sehr, sehr traurig.
„Ja.“, antwortet seine Mutter. „Jedes Leben endet einmal – hier, in unserem Teich, draußen, auf der Wiese, sogar ganz, ganz hinten, in der großen Stadt. Aber du und ich, wir haben noch viel Zeit.“

Die beiden Frösche sitzen lange nebeneinander am Teichufer, vor ihrem großen Freund, dem Karpfen.
Irgendwann bemerkt Frido, dass inzwischen immer mehr Frösche und andere Teichbewohner gekommen sind. Von allen Seiten schwimmen, krabbeln und hüpfen die Tiere heran, um sich rund um Fisch zu versammeln. Alle schweigen.
Fridos Geschwister und Freunde hüpfen ganz dicht neben ihn und quaken leise. Der Streit von vorhin ist vergessen.
Alle sitzen jetzt nebeneinander, sehen den Karpfen an, der still vor ihnen liegt, und lauschen dem Wind, der immer noch durch die Bäume streicht.
Und plötzlich ist Frido nicht mehr traurig. Fisch sieht schön aus, wie sich die Abendsonne in seinen Schuppen spiegelt. Er hat ihnen allen so viel beigebracht, und Frido ist fest entschlossen, eines Tages ebenso viel zu wissen wie sein Freund, und dieses Wissen allen jüngeren Teichbewohnern weiterzugeben.
Er hüpft nach vorne und lehnte sich sacht an den glatten Körper des Karpfen, um sich von seinem großen Freund zu verabschieden.

aline livia - 26. Apr, 12:39

Allein gelassen

Es war Abend geworden und die drei Geschwister erhoben sich von ihren Sitzplätzen in der der weichen Wiese. Die Grillen zirpten vor sich hin und die brummenden Maikäfer die in der Dämmerung herumschwirrten, gaben dem warmen Tag einen sommerlichen Ausklang. Der Himmel färbte sich langsam orange-rötlich und der Duft der am Nachmittag frisch gemähten Wiese, stieg jedem in die Nase. Anna, Penelope und Klaus standen neben der massiven Eiche und betrachteten den Sonnenuntergang. Lange standen sie schon da. So lange, dass es eigentlich niemand von ihnen so richtig bewußt war. Sie standen richtig in einer Reihe nach der Größe und dem Alter aufgestellt. Zuerst die älteste von ihnen. Anna. Sie würde bald 10 werden. Anna hatte langes, gelocktes Haar, dass ihr über beide Schultern hing. Ein Gesicht voller Sommersprossen und eine freche Stupsnase. Sie trug zeitgerecht ein schönes Kleid, dass ihr bis zu den Schienbeinen ging und weiße Kniestrümpfe mit schwatzen geputzten Schuhen. Neben ihr, an ihrem Arm festhaltend, stand ihre Schwester Penelope. Penny, wie sie alle nannten. Sie war stolz auf ihre 6 Jahre und trug ihre freche, zerzauste, feuerrote Mähne stets ungekämmt. Ein paar Sommersprossen auf den Bäckchen und ein meist von Schmutzflecken übersätes Kleidchen. Schuhe fand sie doof und trug deshalb auch nie welche. Der kleinste im Bunde war Klaus. Er war gerade 4 geworden und so gar nicht nach seinen Geschwistern kommend. Er hatte pechschwarze Haare, dunkle Augen und viel dunklere Haut als die beiden Mädchen. Seine großen Augen waren umgeben von einem dunklen Krantz von langen Wimpern, die im eine gewisse Weiblichkeit gaben. Jedoch fanden ihn alle unheimlich süß. Es war der 15. Juni 1825. Die Kinder lebten mit ihrem Vater und der Großmutter auf einem großen Bauernhof mit Pferden, Schafen, Schweinen, Kühen und Enten, die gerade einen Höllenlärm machten und einen Kampf im Teich veranstalteten. So schien alles soweit perfekt und idyllisch. Es fehlte ihnen an nichts. Sie besuchten alle eine anständige Schule und hatten genug zu Essen. Doch der Schien trügt. Die Mutter der Kinder lag im sterben. Sie war schwer krank. Sie hustete viel, war blaß und schwach. Fast jeden Tag kam der Atzt angereist, gab ihr etwas, was ihr helfen sollte. Nach dem Atzt zumindest sollte es das. Er hatte stehst einen schwatzen Koffer dabei und trug einen großen Hut unter dem ein strenges, bärtiges Gesicht mit Schnurrbart hervorschaute. Er hatte eine tiefe Stimme, die den Kindern manchmal Angst bereitete. In seiner Anwesenheit standen sie immer neben Mutters Bett und ihre großen Augen hatten einen hilflosen und ängstlichen Ausdruck zugleich.
Der Vater war herausgekommen und legte den Mädchen die Hände auf die Schulter. „Kommt, wir gehen ins Haus. Es ist kühl jetzt am Abend.“ Die Kinder folgten ihm wortlos. Es schon ziemlich dunkel geworden und die Wesen der Nacht begannen sich ihn ihre Abendteuer zu stürzten.
Es war eine komische Nacht. Sie verbreitete so ein merkwürdiges Gefühl, dass in den Körper eines Kindes jederzeit Einlaß findet. Es drängt sich einfach hinein, ohne Rücksicht darauf zu nehmen was es anrichten kann. Man sieht es jedem Kind sofort an. Weil es um keinen Preis verborgen werden kann. Das Gefühl der Angst.
Still war es im Haus. Nachdem Mutters lautes Lachen nicht mehr so oft durch die Gänge hallte, und ihre leise Stimme bei der Gute Nachtgeschichte fehlte. Sie hatte heute fast den ganzen Tag geschlafen. Und war blässer und schwächer als an den vergangenen Tagen. Der Arzt sagte, es würde aufwärts gehen, doch das konnte die Familie nicht so recht glauben.
Der Vater gab jedem ein Stück Brot mit Butter. Der Tisch war voll mit Essen jedoch hatte keiner wirklich Hunger. Keiner sagte etwas. Draußen konnte man den Grillen ihrer Abendunterhaltung lauschen. „Wie geht es Mama?“ fragte Anna auf einmal und die beiden anderen warfen dem Vater erwartungsvolle Blicke zu. „Es geht ihr so wie jeden Tag, Anna. Iß jetzt dein Brot, ihr solltet bald schlafen gehen.“ Klaus senkte den Kopf und begann leise zu schluchzten. Penelope legte ihm mitfühlend eine Hand auf die Schulter und strich ihm das viel zu lange Haar aus seinem Gesicht. Eine Träne hing an seinen langen Wimpern und tropfte geräuschlos zu Boden, so als wäre sie ein Zeichen der ganzen Angst, Traurigkeit und des Kummers in diesem kleinen Körper. Der Vater stand auf und hob den Kleinsten hoch. Er drückte ihn an sich und sprach ihm gut zu. Der schlang seine Ärmchen um den Hals des Vaters und versuchte seine Gefühle nicht allzu stark zu zeigen. „Du bist doch schon ein großer Junge, oder?“ fragte der Vater und schaute ihn erwartungsvoll an. „Ja Papa, das bin ich“ antwortete Klaus und zappelte, um wieder auf den Boden zu kommen. „Also wenn ihr sowieso nichts essen wollt, macht euch fertig um schlafen zu gehen.“ Die beiden Mädchen nahmen den Bruder bei der Hand und gingen hinauf zu ihren Schlafgemächern. Sie beschlich ein unheimliches Gefühl, dass zugleich beängstigend aber auch irgendwie nicht einzuordnen war. Sie verlangsamten ihre Schritte, schauten sich an und blieben letztendlich stehen. Der Blick der Beiden Mädchen traf sich abermals. Der Kleine starrte nur ausdruckslos in das Zimmer der Mutter. Die Türe war einen Spalt geöffnet. Die Mutter lag in ihrem Bett und hatte die Augen geschlossen. Es war nicht offensichtlich wie es um sie stand, jedoch wußten alle drei instinktiv, Sie konnte ihnen nie wieder eine Gutenachtgeschichte erzählen.

stellakrausz - 26. Apr, 12:41

Das Schutzfell.

Die kleine Marlin und ihr Bruder Jakob laufen in ihr Spielzimmer. Es ist ein schöner Tag, die Sonne scheint, und draußen blühen die Bäume im intensiven sommergrün.
Auch heute wollen Jakob und Marlin memory spielen. Doch gerade als Jakob anfangen will, denn er ist der jüngere, und der jüngere darf immer anfangen, ruft Mami Anne: „ Marlin, Jakob- ESSEN“.
Jakob dreht den Kopf zur Tür und ruft: „ Was gibt’s heute ?“.
Und obwohl es schon wieder Nudeln sind, beeilt er sich schnell in der Küche zu sein. Hand in Hand mit seiner großen Schwester gehen sie vorsichtig die Treppen hinunter. Der kleine Jakob muss nämlich immer vorsichtig gehen, da er sich sehr schnell verletzt.
Am Esstisch hat jeder seinen eigenen Platz. Mami sitzt neben Jakob, und gegenüber Marlin mit Oskar als Nachbarn. „Oskar“ ist ein Schaf und das Lieblingskuscheltier der beiden. Er ist überall mit. Es gibt kein Spiel ohne Oskar, als Ehrenwürdigen Schiedsrichter, kein Ausflug ohne Oskar und schließlich keine Mahlzeit ohne Oskar.
Immer wenn sich Jakob wehtut, trösten ihn Oskar und Marlin lange. Sie sind ein tolles Team, wie Mami Anne immer sagt.
Der Nudeltopf hat sich geleert, und Jakob präsentiert stolz seinen vollen, gesättigten Bauch. So schnell konnte Anne gar nicht schauen, da hat Marlin diesen so bewundert dass sie ihn gleich berühren musste. Jakob muss weinen. Die Berührung war ein bisschen zu grob. Ein paar rote Bluttropfen rinnen seinen Bauch hinunter.
Mami Anne nimmt Jakob schnell in ihren Schoß. Sie wendet sich zu ihm und sagt : „ Ich hab dir doch gesagt du darfst deinen Schutz hier nicht einfach aufmachen. Sonst passiert so etwas.“ Marlin hält ein Tuch für ihren Bruder bereit. Anne wickelt es Jakob um den Bauch.
Einen Schmerz spürt der kleine Jakob jedoch gar nicht. Er ist nur müde.
Marlin schaut ihren Bruder mit großen Augen an und sagt: „Bist du schon wieder müde?“ Entschuldigung Jakob, ich wollte dir doch nicht wehtun.“
„Das wissen wir doch auch, gell mein Schatz ?“ fragend wendet sie sich Jakob zu. Dieser nickt während ihm die Augen halb zufallen.
Anne bringt Jakob ins Schlafzimmer, wo es auch ein bisschen kühler ist. Denn Jakob hat sehr viel an und ihm ist heiß geworden.
Marlin wartet auf Anne in der Küche. Als Mami Anne hereinkommt, setzt sie sich nieder: „ Hör mal mein kleiner Engel“. Aber weiter kann sie gerade nicht reden, weil ihr ein paar Tränen über die Wangen kullern , die sie schnell wegwischt. Marlin nimmt ihre Mami in den Arm, denn sie weiß, dass sie traurig ist. Sie ist immer traurig, wenn Jakob sich verletzt und dann müde wird. Das passiert sehr oft.
Marlin fällt ein was Mami beim Essen gesagt hatte. „Warum muss der Jakob eigentlich immer so viel anhaben? und warum ist er immer so müde?“ Anne antwortet:
„ Na ja, dass ist so wie bei den Schafen. Die haben ja eigentlich auch immer viel an“, Anne nimmt Oskar und hält ihn Marlin hin, „siehst du ? Unser Oskar hat auch ein ganz ganz dickes Fell. So kann er sich nicht so leicht verletzen, wenn er einmal hinfällt. Weil unter seinem Fell ist etwas dass geschützt werden muss. Und genauso ist das bei deinem Bruder auch. Deshalb soll er seine Schutzhülle nicht aufmachen, wie ich immer ihm das immer sage. Aber leider vergisst er das sehr schnell . Und bald braucht er auch eine neue Schutzhülle, denn die die er jetzt hat schützt nicht mehr so gut.“
Schon wieder lösen sich ein paar Tränen aus Annes Augen.
„Und wer gibt ihm die neue Schutzhülle?“, als Anne gerade antworten will, kommt Jakob und reibt sich die Augen. Ein bisschen Blut rinnt daraufhin über seine Wange hinunter.
Als Mami Anne das Blut entfernt hat, und Jakob sich wieder niedergelegt hat,
fragt Marlin : „ Mami, muss der Jakob noch oft bluten ?“
„Hör mal, ich werde jetzt Helfer für deinen Bruder Jakob anrufen. Die können ihm nämlich zeigen, wo er eine neue Schutzhülle bekommen kann. Die werden ihm wahrscheinlich sagen, dass er sich ausruhen muss um eine Schutzhülle zu bekommen.“
„und wie lange muss sich der Jakob ausruhen?
„das weiß ich nicht liebes, lange wahrscheinlich. Aber –und wieder rinnen Tränen Annes Gesicht hinunter, aber wahrscheinlich muss der Jakob dann dort bleiben, wo er seine neue Schutzhülle herbekommt und sich ausruht. Da wird es ihm aber auch besser gehen.“
„Du meinst also, der muss ganz lange schlafen gehen ?“-
„ Genau, vielleicht auch immer.“
„Aber wenn er mal wieder aufwacht, mit wem soll er dann spielen ?“
„Dort wo er aufwachen wird, sind auch viele andere Kinder, die alle eine neue Schutzhülle gebraucht haben. Mit denen darf er doch auch spielen, oder ?“
„ Ja Mami.“
Nach kurzer Zeit kommen die Helfer , die Anne angerufen hatte. Anne erklärt Marlin sie solle kurz mit den Helfern warten, sie könne sie ja fragen wo es Schutzhüllen gäbe. Marlin schaut ihrer Mami hinterher, die ins Schlafzimmer bei Jakob verschwindet.
Währenddessen fragt Marlin die Helfer: „Was macht ihr jetzt mit meinem Bruder?“
„Wir lassen ihn dorthin gehen, wo er seine Schutzhülle bekommt.“

sophie_kappa - 26. Apr, 12:52

Sterben für Kinder-

Die Geschichte Von Anna und Paul.

Alles begann mit Paul.
Paul war ein zwei Jahre altes Zwergkaninchen, das Anna im Sommer zu ihrem sechsten Geburtstag bekommen hatte.
Paul hatte ein flauschiges weißes Fell, und zwei lange Ohren die ihm in Gesicht fielen und nicht selten seine dunklen Knopfaugen verdeckten.
Für ein Kaninchen war Paul ausgesprochen mutig, worüber Anna sehr froh war. Er folgte ihr unerschrocken durch das ganze Haus und wagte sich sogar in den Garten.
Den ganzen Sommer lang waren Anna und Paul unzertrennlich.

Als Anna im September in die Schule kam, war sie zuerst ein wenig traurig, weil Paul nicht mitkommen durfte. Papa hatte gemeint dass die Schule kein Ort für Kinder sei, und das sah Anna auch ein.
Denn Paul war wirklich sehr ungeschickt, mit seinen kleinen Pfötchen konnte er nicht einmal einen Stift halten. Nicht so wie Anna, die schon ein bisschen schreiben konnte. Also hätte er sich in der Schule nur gelangweilt.

So ging Anna also in die Schule, und Paul wartete zu Hause auf sie.
Wenn sie nach einem langen Schultag den Garten betrat, wartete er schon auf sie. Er hoppelte ihr entgegen und begrüßte sie mit einem Nasenstupser.

Aber eines Tages, kam ihr Paul nicht entgegen, Anna ging extra besonderst langsam, doch von Paul fehlte jede Spur. Selbst als sie besonderst fest aufstampfte, falls er sie nicht gehört hatte, regte sich nichts.

Anna gab schließlich auf, sie ging zu ihrem Papa in die Küche und fragte ihn, ob er Paul gesehen hatte. Vielleicht war er ja böse auf sie, aber sie konnte sich nicht erinnern, dass sie sich gestritten hätten.
Papa hatte ihren Freund zwar auch nicht gesehen, aber er versprach ihr bei der Suche zu helfen.

Gemeinsam stellten sie die ganze Wohnung auf den Kopf, bis sie ihn endlich fanden. Paul hatte sich unter dem Sofa im Wohnzimmer versteckt, ganz hinten, wo es so dunkel war, dass man ihn fast gar nicht sah.

Nachdem Papa ihn her vor geholt hatte, setze Anna ihn sich auf den Schoß, doch Paul reagierte gar nicht richtig auf sie. Er stupste nicht wie sonst zur Begrüßung, und als sie ihm vorsichtig die Ohren aus dem Gesicht hob, waren seine Augen nicht so klar wie sonst.

Papa, der sich Paul auch ganz genau angeschaut hatte meinte, dass es sein könnte, dass Paul krank wäre. So wie Anna letzten Frühling, als sie Windpocken gehabt hatte, und eine ganze Woche nicht in den Kindergarten gehen durfte.

Damals war Papa mit ihr zur Kinderärztin gegangen, und die hatte ihr eine Medizin gegeben, die schrecklich geschmeckt hatte, nämlich ganz bitter, aber kurz darauf war Anna dafür wieder ganz gesund gewesen.

Jetzt war Anna etwas erleichtert, sie würden mit Paul also zum Tierarzt fahren, und der würde ihm eine Medizin geben, und dann wäre Paul ganz schnell wieder der Alte.

Im Wartezimmer des Tierarztes, waren sehr viele Leute, Anna gegenüber saß eine Frau mit knallroten Lippen und einer Dogge.
Anna war froh als sie und Papa endlich an der Reihe waren, denn große Hunde waren ihr immer etwas unheimlich.

Der Tierarzt untersuchte Paul genau, runzelte dann die Stirn und redete Leise mit ihrem Papa. Der nahm Anna dann auf seinen Schoß und erklärte ihr, dass Paul sehr, sehr krank sei. Und das der Tierarzt ihn leider nicht mehr gesund machen könne.
Da begann Anna zu weinen, weil sie nicht verstand warum Paul nicht einfach Medizin nehmen konnte, auch wenn sie gar nicht gut schmeckte, um wieder gesund zu werden.
Aber Papa sagte, dass es nicht gegen jede Krankheit eine Medizin gäbe und das Zwergkaninchen leider nicht so stark wie Menschen wären.

Dann erklärte der Tierarzt Anna, dass er Paul eine Spritze geben würde, und es wäre so als ob Paul einschliefe und ihm würde dann nichts mehr wehtun.

Papa meine Anna sollte sich von ihrem Freund verabschieden, und das tat sie dann auch. Sie strich ihm vorsichtig über den Rücken und er stupste vorsichtig zurück. Dann gab sie ihm noch einen Kuss auf seinen Kaninchenkopf.

Im Auto, auf dem Weg nach Hause, weinte Anna ein bisschen, weil sie Paul schon jetzt vermisste. Dann kam ihr ein Gedanke, der ihr ein bisschen Angst machte, weil sie auf ihn keine Antwort wusste.

Sie beschloss Papa zu fragen, weil der normalerweise immer alle Antworten auf ihre Fragen kannte.
Papa, was passiert eigentlich wenn man stirbt?
Wenn Paul schon nicht mehr bei ihr sein konnte, wollte sie zumindest wissen, was nun mit ihm geschah.

Papa seufzte tief und dann blieb es eine Weile still im Auto.
Das wunderte Anna aber nicht, dass war bei ihrem Papa immer so wenn sie ihm eine besonderst knifflige Frage gestellt hatte. Da musste sie etwas geduldig sein, denn eine Antwort hatte sie bis jetzt noch immer bekommen.

Schließlich sagte er, dass manche Leute glaubten sie kämen in den Himmel, aber der sie für fast alle Menschen anders aus.
Anna versuchte sich Paul im Himmel vorzustellen, aber es viel ihr sehr schwer. Der arme Paul war doch so tollpatschig, da viel er womöglich noch von einer Wolke.

Papa war allerdings noch nicht fertig mit seiner Antwort, er erzählte weiter: Manche Leute glauben an den Himmel, andere denken es ist eher so wie schlafen.

Schlafen. Das gefiel Anna. Das konnte sie sich vorstellen, denn Paul hatte ja sowieso immer gerne geschlafen. Den ganzen Vormittag, während sie in der Schule war und in der Nacht in seinem kleinen Häuschen neben ihrem Bett.
Vielleicht träumte er ja sogar von ihr.

Ende.

logo

creativewalz

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Neid
Neid Der Neid ist eines der ältesten Gefühle. Er besteht...
cc - 14. Apr, 16:29
Der Unsichtbare Er war...
Der Unsichtbare Er war immer an meiner Seite. Warum...
Sophia Rührer - 25. Jan, 22:36
Als Rot nicht mehr warm...
Das Rotbraun der Bar und die dazugehörigen, mit Leder...
an.notsch - 25. Jan, 16:59
Die Phillies Bar
Es war wieder einmal vier Uhr Morgens. Ich hatte, wie...
cc - 25. Jan, 16:32
http://seelenwerk.de/wp-co ntent/uploads/wut.jpg
Wut „Wer wütet, zerstört blindlings. Wer häufig in...
vic.0 - 25. Jan, 16:27

Links

Suche

 

Status

Online seit 5563 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 14. Apr, 16:29

Credits


Ithuba
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren